Trixie Whitley – Fourth Corner

Trixie Whitley rückte 2011 als Lead-Sängerin von BLACK DUB, dem Projekt von Super-Produzent Daniel Lanois (U2, Bob Dylan), zum ersten Mal ins öffentliche Bewusstsein und beeindruckte mit einer Stimme und Ausstrahlung, die weit reifer wirkte als ihr eigentliches Alter vermuten lassen konnte. Sie ist heute gerade einmal 25 Jahre alt und veröffentlicht nun in diesen Tagen Ihr eigenes Debütalbum ‚ Fourth Corner ‚ über Strong Blood Records.  Wie zu erwarten wird auch hier die emotionale, Blues-getränkte Stimme in den Vordergrund gestellt und leider wurde dabei die musikalische Untermaltung aus unerfindlichen Gründen zu tiefst vernachlässigt. Die belgisch/US-amerikanische Künstlerin und Tochter des viel zu früh verstorbenen Musikers Chris Whitley, belässt es in den ersten vier Songs bei einer schlummernden Enttäuschung, fällt im eröffnenden Stück nach starken Auftakt in bewährte Formeln, ‚ Never Enough ‚ wirkt schlicht überproduziert und einzig ‚ Pieces ‚ mag es für einen kurzen Moment vollbringen, den Hörer aus seiner Schläfrigkeit zu entreißen.

Wirklich gelungen sind dagegen die beiden folgenden Stücke ‚ Silent Rebel Pt. 2 ‚ und ‚ Breathe You In My Dreams ‚ mit erhebenden Melodien und üppigen Arrangements, wie es wohl damals nur eine Christina Aguilera in Ihren besten Tagen im Stande war zu leisten. Und als wäre Trixie Whitley plötzlich selbst von Ihrem eigenen Angagement eingeschüchtet,  verfällt die Platte wieder zurück in Ihren gewohnten Trott. Ausgewaschene Gitarren im Stück ‚ Hotel No Name ‚, dazu musikalische und textliche Klischees an allen vier Ecken. So uninspirierend wie dieses Wortspiel hier. Aufgenommen in New York mit Produzent/Keyboarder Thomas Bartlett (aka Doveman, der auch mit Glen Hansard, ANTONY AND THE JOHNSONS, GRIZZLY BEAR und THE NATIONAL gearbeitet hat), Ingenieur Pat Dillett (David Byrne, ST. VINCENT, Mary J. Blige) und Streicher-Arrangements von Rob Moose (ANTONY, BON IVER), hätte man wohl am Ende deutlich mehr erwarten dürfen. Denn letztlich ist ‚ Fourth Corner ‚ nicht mehr als lauwarmes Wasser, der Trumph mit Ihrer Stimme verpufft letztlich relativ flott während den schwachen Instrumentierungen und so bleibt wahrlich nur die Zugänglichkeit als durchgehende Stärke auf ‚ Fourth Corner ‚ bestehen.

„As a songwriter, I want to go to places people don’t expect and with that is complete freedom of expression.“ Vielleicht wird es ja noch etwas mit dem ganz großen Durchbruch im Laufe der nächsten Jahre. Die Stimme wird der Trixie Whitley hierbei sicherlich nicht im Wege stehen…