DIANA ROSS Red Hot Rhythm & Blues
RED HOT RHYTHM & BLUES ist eine respektable Hommage an die Traditionen des R&B, die DIANA ROSS geprägt haben.
Nach ihrem Wechsel zu RCA Records in den frühen 1980er Jahren befand sich Diana Ross in einer Phase künstlerischer Neuausrichtung. RCA war bemüht, die legendäre Sängerin auf dem zeitgenössischen Musikmarkt zu positionieren, was sich in einer Reihe experimenteller Alben widerspiegelte. Bei „Red Hot Rhythm & Blues“ ging das Label ein kalkuliertes Risiko ein: Es kombinierte Ross’ nostalgische Wurzeln im R&B mit einer moderneren Produktion, um sowohl alteingesessene Fans als auch ein jüngeres Publikum anzusprechen. Diese strategische Ausrichtung bringt zwar interessante Ansätze, führt jedoch auch zu einem Album, das in seiner stilistischen Bandbreite manchmal uneinheitlich wirkt.
Mit ihrem neuen Album „Red Hot Rhythm & Blues“ kehrt Diana Ross zu den Wurzeln ihrer musikalischen Inspiration zurück: Soul, R&B und die Klänge des klassischen Motown-Sounds, die ihre Karriere einst definierten. Die Platte präsentiert eine Mischung aus Covers von R&B-Standards und neuen Kompositionen, eingebettet in ein modernes Produktionsgewand, das sowohl nostalgisch als auch zeitgemäß wirken soll. Der eröffnende Track „Dirty Looks“ ist ein funkiger, rhythmusbetonter Track, der Diana Ross in einer energetischen und selbstbewussten Stimmung zeigt. Die Produktion von Tom Dowd verleiht dem Song einen modernen Klang.
Mit „Shine“ liefert Ross eine sanfte, melodische Darbietung, die von einem geschmeidigen Groove getragen wird. Der Song gehört zu den Höhepunkten des Albums und zeigt, wie gut Ross’ Stimme mit der modernen R&B-Ästhetik harmonieren kann. „Tell Mama“, ein Cover des Etta-James-Klassikers, bringt hingegen eine rohe Intensität, die Ross mit großem stimmlichem Einsatz interpretiert. Hier zeigt sie ihre Fähigkeit, alte Klassiker auf ihre eigene Weise zu beleben. „Selfish One“ ist ein weiteres Cover, das jedoch weniger überzeugend gelingt. Der Song klingt mehr wie ein Tribut als eine echte Neuinterpretation.
„There Goes My Baby“ hingegen ist ein nostalgischer Ausflug in die Doo-Wop-Tradition, der Ross’ warmen, gefühlvollen Gesang in den Vordergrund stellt. Das melancholische „It’s Hard for Me to Say“ bietet eine der stärksten vokalen Darbietungen des Albums. Hier zeigt Ross ihre Fähigkeit, emotionale Nuancen und Verletzlichkeit in ihre Stimme zu legen. Die Ballade ist ein willkommener Kontrast zu den temporeicheren Songs und einer der Höhepunkte des Albums. Insgesamt überzeugt „Red Hot Rhythm & Blues“ durch Ross’ stimmliche Leistung und ihre Fähigkeit, eine emotionale Verbindung zu den Songs herzustellen.
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