DIANA ROSS I Love You
I LOVE YOU wird das Publikum von DIANA ROSS nicht unbedingt vergrößern, aber es zeugt von ihrem liebenswerten Eifer, zu verzaubern und zu unterhalten.
Auf dem vielleicht am wenigsten inspirierten Album ihrer Karriere schlafwandelt die legendäre Diva Diana Ross durch einen Mischmasch scheinbar zufällig ausgewählter Liebeslieder, die bis auf eine neue Komposition allesamt Coverversionen sind. Es ist seit Jahren gängige Praxis in der Musikindustrie, dass Künstlerinnen rechtzeitig zum Valentinstag romantische Lieder aufnehmen (oder ihre Labels Kompilationen davon veröffentlichen). Aber Ross nutzt den Moment nicht: Sie legt wenig Emotion oder Enthusiasmus in ihre Rezitationen und scheint mit den Liedern, die sie und die Produzenten Peter Asher und Steve Tyrell für das Album ausgewählt haben, kaum vertraut zu sein oder sie zu verstehen. Ihr Gesang ist weitgehend unauffällig und lässt manchmal kaum die Qualitäten erahnen, die sie jahrzehntelang zu einer so unverwechselbaren Kraft gemacht haben.
Der Titelsong des Albums, „I Love You (That‘s All That Really Matters)“, ist die einzige neue Komposition, die für das Projekt angefragt wurde. Sie beginnt recht nett, ist aber nach 5:30 nicht mehr so einladend. Weniger ziellos ist Ross‘ Darbietung von „What About Love“ aus dem Broadway-Musical Die Farbe Lila. Hier könnte die Zärtlichkeit, die Ross in das Lied einbringt, selbst die eisigsten Herzen zum Schmelzen bringen. Das gelingt nicht nur, weil Ross wahrscheinlich die erste Popkünstlerin ist, die sich an „What About Love“ wagt, sondern auch, weil ihre Interpretation des Liedtextes nuanciert und von Herzen kommt: „Is that me who’s floating away / lifted up to the clouds of your kiss / never felt nothing like this.“
Wäre die Sängerin auf diesem Album eine Unbekannte gewesen, die mit diesen Auftritten bei American Idol vorsprach, hätte Simon Cowell sie zweifellos entsetzlich gefunden. Dies muss als Anomalie und Fehler angesehen werden, denn eine so einzigartige Künstlerin wie Diana Ross vergisst nicht einfach, wer sie ist und was sie am besten kann.
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