Roger Eno – Mixing Colours

Trotz aller Behauptungen von Brian Eno über die Klangpalette von „Mixing Colours“ – er hat über die Verwendung von Elektronik gesprochen, um die Räume zwischen den „islands“ klassischer Instrumente zu erkunden – ist die musikalische Textur des Albums dünnhäutig, eine Welt aus abwischbarer Oberflächen und teurer Texturen, die einer besonders lakonischen Air B-Seite ähneln. Die meisten der 18 Songs basieren auf leuchtenden Synth-Mustern und behandeltem Klavier, eine Mischung, die so subtil einlädt, dass man ihre banale Oberfläche fast verzeihen kann. Die Ambient-Ikone und sein jüngerer Bruder, selbst ein bekannter Pianist, enthüllen die Ergebnisse eines intimen musikalischen Gesprächs, das 15 Jahre zurückreicht.

Angesichts des experimentellen Vertrauens von Brian Eno hat diese Zusammenarbeit mit seinem jüngeren Bruder etwas ungewöhnlich Zurückhaltendes und sogar ziemlich Süßes. Roger Eno, selbst ein bekannter Pianist, nennt es “a back-and-forth conversation,” das 15 Jahre zurückreicht: Er nahm musikalische Skizzen auf seinem MIDI-Keyboard auf und gab sie dann zur weiteren Bearbeitung an Brian weiter. Nun stellt sich jedoch die Frage, ob das Album in der Familie hätte bleiben sollen. „Mixing Colours“ schadet dem Ruf der Eno’s nicht, verbessert diesen aber auch nicht. Obwohl Tracks wie das bewegende „Celeste“, das umtriebige „Cinnabar“ und das hauchdünne „Desert Sand“ als die emotionalsten Stücke des Albums gelten, scheinen sie strukturell identisch zu sein. 

„Mixing Colours“ zeigt Roger und Brian Eno in ihrer lässigsten und unbedachtesten Form, aber es gibt einfach nicht genug Abwechslung, Neugier oder Abenteuerlust, um es als ein Muss zu bezeichnen. Zumindest bleibt das Debüt von Brian und Roger Eno ein erfrischender Gegensatz zu den heutigen harten und beschleunigten Zeiten. Mehr aber auch nicht.