An Horse – Walls

Das Debüt von An Horse aus dem Jahr 2009 kreierte Erinnerungen an die erste Liebe, zeigte Perspektiven der Unabhängigkeit und erzählte über sexuelle Frustrationen. Im Großen und Ganze durfte man das Werk als nette Unterhaltung bezeichnen. Oder um es in ein Beispiel zu fassen: Eine Platte die bei Präsentationen stets gute Resonanz erfahren würde – doch am Ende fehlen die restlichen überzeugenden Argumente um dieses Produkt an den Mann (oder wahlweise an die Frau) zu bringen. Nach der Remix Platte im letzten Jahr erscheint nun also als das neue Werk mit Namen ‚ Walls ‚ auf dem Label Grand Hotel Van Cleef. Die Namen der Protagonisten: Kate Cooper und Damon Cox. Beide sehen sich ungemein ähnlich, verfolgen die selben Haarfrisuren und haben diese Gemeinsamkeit auch auf Ihre Alben übertragen. ‚ Walls ‚ glänzt dabei mit vielen Merkmalen. Es ist ein wirbelnder Wind der oft das Ende eines Liedes übersieht, der daraus aber eine gute Sache entstehen lässt, der Gitarren-Pop des australischen Duos versteht sich packender und hypnotischer als auf dem Debüt, die Geschichten werden mit dramatischen Erzählungen angereichert und die Songs sind unkompliziert und erfreulich transparent. Also ein empfehlenswerte Platte ohne jegliche Schwachstelle? Leider nicht. Das Problem an ‚ Walls ‚ liegt nicht an der geglückten Umsetzung, sondern der fehlende Hauch einer Reifung zu ‚ Rearrange Beds ‚. Natürlich muss nicht immer ein ersichtlicher Reifeprozess durch die Alben huschen, aber hier hat man das deutliche Gefühl, es wurde nur eine sanfte Neigung vollzogen – ohne dabei die Füße in Bewegung zu setzen. Auch klingt die Stimme von Sängerin Kate in Ihrer Gesamtheit zu flach, die mit Ihren Texten an die 10. Klasse Englischunterricht erinnert. Aber genug der Kritik, vielleicht ist die Erwartung zu hoch und vielleicht folgt bereits im nächsten Jahr eine neue Platte von An Horse, die dann ebenfalls vielleicht wieder eingängige Songs präsentiert, aber dann hoffentlich mit größeren Ideen und ein wenig mehr Tiefgang.