The Go! Team – Get Up Sequences Part One

Indie PopIndie Rock, Juli 2021
Das neueste Album von Ian Parton und der Gang THE GO! TEAM aus Brighton bleibt bei dem Mantra, wenn es nicht kaputt ist, repariere es auch nicht.

Das verstimmte Experiment „I Loved You Better“ mag dieser Überschrift widersprechen, aber dieser Song bedient sich bei „Her Last Wave“ und „What D’You Say?“, Tracks vom 2015er Album „The Scene Between“. Diese Songs heirateten Parton’s gut dokumentierte Liebe zu höhenverzerrten Gitarren mit wolkigem Gesang und weltumspannenden Instrumenten. Das ist aber nicht unbedingt eine schlechte Sache. Gerne erinnert man sich an die Lieblingsaufnahmen aus ihren frühen Zwanzigern und es ist aufregend, wie viel Potenzial sich The Go! Team im Laufe der Jahre heimlich aufgebaut haben. Das Finale „World Remember Me Now“, das Mitglieder des Kansas City Girls Chor umfasst und Semicircle’s Liebesbeziehung mit Calypso erweitert, ist eine Feier des Alltäglichen, die das Einschenken von Orangensaft und das Aufschneiden von Toast zu einem transzendenten Ideal erhebt.

Ein kleiner, aber spürbarer Rückschritt liegt in den wortlosen Tracks. Bei „Get Up Sequences Part One“ lassen einen die verträumte Mundharmonika von „A Memo for Maceo“ oder die mulmige Orgel von „Freedom Now“ meistens fragen, warum ein Album mit nur 10 Songs drei lyrikfreie Zwischenspiele braucht. Im Gegensatz dazu ist „Pow“ die Quintessenz des Go! Teams. Es verwendet eine brillante Kakophonie aus Old-School-Hip-Hop-Reimen, Kuhglocken-Gebimmel, 60er-Flöten und Mellotron-Saiten. Die Texte mögen wieder vage sein, aber die Musik strahlt ein temperamentvolles, revolutionäres Gefühl aus. Bei „Cookie Scene“ werden die Flügel leicht ausstreckt, das dank Gastgesang von Indigo Yaj und einem aggressiv-fröhlichen Beat dem flötengetriebenen Rap eine kleine Wendung spendiert.

Die Untertitelung dieses Albums mit Part One fühlt sich ein bisschen selbstironisch an – als ob es nicht für sich allein stehen kann oder nur ein Kapitel in einer größeren Arbeit ist. „Get Up Sequences Part One“ ist auch ein loses Sammelsurium der Band. Rhythmus ist immer noch das schlagende Herz der Gruppe, dieses Album bietet berauschende Melodien und eine noch vielseitigere Instrumentierung, aber es ist schwer, eine vereinheitlichende Bedeutung jenseits des schönen Lärms oder eines Hinweises darauf zu finden, was eine Band, die eine Vielzahl von Sounds und Genres definierte, noch zu sagen oder zu tun hat.

6.8