Zara Larsson – Poster Girl

Das dritte Album der Sängerin ZARA LARSSON, das vom eleganten Electro Pop zum gröberen R&B wechselt, war das Warten wert. Denn wenn sie singt, „this girl’s having fun“, dann glaubt man Ihr das.

Zara Larsson ist erst 23 Jahre alt und veröffentlicht mit „Poster Girl“ schon Ihr drittes Album. Bei „Poster Girl“ geht die schwedische Künstlerin über ihren typischen Sound hinaus. Manchmal funktioniert es: „Need Someone“ öffnet sich auf einem schiefen Piano Refrain, bevor es sich zu einem glitzernden Disco Jam im Dua Lipa-Stil mit funkelnden Gitarrenriffs entwickelt. Die mitreißende Single „Ruin My Life“, die bereits 2018 veröffentlicht wurde, ist heute genauso eingängig wie damals. Der zwitschernde Refrain von „FFF“ scheint auf dem italienischen Klassiker „Tu Vuo Fa L’Americano“ von 1956 zu basieren – seltsam, aber lustig.

„Poster Girl“ ist eine unerbittliche, optimistische symphonische Tanzplatte, die sich vor Energie windet. Zara kombiniert starken Scandi Pop mit Pizzicato Streichern auf dem üppigen Opener „Love Me Land“ und geht dann in das überraschend gut funktionierende „Talk About Love“ mit Young Thug. In der Tat dominieren Herzensangelegenheiten „Poster Girl“ – Gefühle werden auf der Zunge getragen, und es gibt eine Direktheit, die sich von ihrem Gesang zur hochglanzpolierten Produktion bewegt. „Need Someone“ beginnt mit diesen zarten Nyman-ähnlichen Klaviertrillern und steht in perfektem Kontrast zu dem sommerfrischen Pop-Monster „I’m Right Here“ und seinem atemberaubenden, farbenfrohen Refrain.

„I Need Love“ ist ein muskulöser Kampf des tropischen Pops auf Arena-Ebene, und dieser direkte Ansatz führt zu dem facettenreichen „Look What You Have Done“ und der faszinierenden Verwendung von Vintage Disco als Kontrast zum nostalgischen lyrischen Motiv. Es ist eine Geschichte von Liebe und Verlust und eine der effektivsten Mischungen aus Licht und Schatten des Albums, eine äußerst konturierte schwedische Popkonstruktion. Direkt, offen und völlig unverfroren zeigt „Poster Girl“ nicht nur puren Pop Eskapismus, sondern auch, dass Zara Larsson dem Ruhm gerecht wird, der sie seit mehr als einem Jahrzehnt umgibt.

7.4