Pardon Ms. Arden – Restless Legs

Pardon Ms. Arden ist mal ein etwas anderer Name, dessen Buchstaben von kreiselnden Fußspuren auf dem Plattencover umzingelt wurden. Ein ständig währender Zyklus zwischen Frauenkirche, dem Hofbräukeller und dem Olympiapark. Ja Ihr habt die Band gefunden! Pardon Ms. Arden gehört zu der schönen Landeshauptstadt München. Auch ich wohne nicht allzu weit davon entfernt und bin immer wieder fasziniert, wie viele Bands doch im nahen Umkreis Ihre Musik veröffentlichen. Und das sogar meistens äußerst erfolgreich. Nick (Lead Vocals, Guitar), Tom (Bass, Vocals) und Alex (Drums, Vocals) stehen auch dazu, dass Ihr Sound auf dem neuen Werk ‚ Restless Legs ‚ tanzbare Brit-Pop Rhythmen beinhaltet, die jedoch ohne Frage sehr authentisch auf mich wirken. Sänger Nick ist dazu ein halber Engländer und abgesehen davon, bleiben Pardon Ms. Arden auch als Außensteher sichtbar mit Ihrer Heimat verwurzelt. Und damit dürfte doch auch für die Nasenrümpfer wieder alles in Ordnung sein. Das Trio ist keine Kopie, der vielen anderen Kopien direkt von der Insel, sondern eine eigenständige Einheit und klingt für mich auch nicht unbedingt nach einer kopierten Brit-Pop Band. Natürlich reißen die Riffs Ihre Melodien in temporeiche Strudel, natürlich offenbaren Sie damit ruhige und zerbrechliche Seiten und klar finden sich geschickte Falsett-Einlagen im Refrain und auch die Synthies wurden nicht ausgeklammert (wenngleich dezent eingesetzt). Aber warum sollte das alles ein Problem sein? Für so manchen, wie ich bereits lesen konnte, ist es eines. Unverständlich in meinen Augen. Diese Band überzeugt auf ‚ Restless Legs ‚ besonders mit Ihren ersten beiden Songs ‚ She Builds Her Walls Up ‚, ‚ Any Other Place ‚ und auch das dritte Stück beweist sanfte Ohrwurm-Qualitäten. Das erste Highlight ist für mich allerdings ‚ The Same Grey Skies ‚ mit seinen flotten Melodien, den nachdenklichen Klängen und den energetischen Rhythmen. Herrliche Minuten der vollkommenden Entspanntheit machen sich im Inneren breit, während das anschließende ‚ Cardiff ‚ dann leider im Refrain auf die hilfreiche Orientierung verzichten muss. Generell lassen die Jungs im Mittelteil Ihre Songs zu oft unbeaufsichtigt und auch dem Hörer werden andere gedanklichen Themen durch den Kopf wandern. Aber nutzen wir es für unseren Vorteil und trocknen währenddessen die durchgeschwitzten Hemden und Shirts. Mit ‚ Abbey ‚ folgt dann erstmal ein Tempowechsel, dazu sanfte Klänge, großartige emotionale Ausbrüche und geschickte Übergänge. ‚ Letter To Lilly ‚ verzichtet komplett auf Eingängigkeit und zeigt stattdessen die ruhige und zerbrechliche Seite der Band. Aber wie es sich gehört, schließen Pardon Ms. Arden mit einem echten Indie-Kracher und zaubern damit auch das Lächeln in die Gesichter der zuhörenden Menschen zurück. Wer es nicht sofort erkennen sollte: ‚ What Is Love? ‚ war der Hit aus den 90er Jahren von Haddaway. Eine nette Schlussnummer, zu einem starken Album, welches definitiv gehört werden muss und das am Besten auf einem der Konzerte. Zum Beispiel am 10. September 2011 auf dem Flowerstreet Festival in München.