Will Butler – Policy

Die Veröffentlichung des ersten Soloalbums von Will Butler schürte in den letzten Tagen und Wochen große Neugierde über das, was uns hier wohl alles erwarten würde. Will Butler hat sich seinen Ruf als eines kreativsten und leidenschaftlichen Mitglieder von Arcade Fire mit ehrlicher Arbeit verdient und es wäre unfair, die eigenen Songs mit dem Material seiner Band in Konkurrenz zu stellen. Auf der selben Seite wäre es naiv, gewisse Ähnlichkeiten abzustreiten. Will macht diese Musik seit einem Jahrzehnt und verdeutlicht mit seiner Veröffentlichung eigentlich nur eines, nämlich das offensichtliche Talent und die Vielseitigkeit als Songwriter.

Musikalisch gesehen ist ‚ Policy ‚ ein wenig chaotisch ausgefallen. Viele Stilrichtungen werden vereint, von der rauen Detroit Garage-Rock Eröffnung ‚ Take My Side ‚ über den 80er Elektro-Pop-Rückfall mit gutmütigen Synths in ‚ Anna ‚ zum Klavier-betonten ‚ Finish What I Started ‚ hat man gelegentlich das Gefühl, Will verarbeitet hier so ziemlich alles, was auf den Arcade Fire Platten aus welchen Gründen auch immer fehl am Platz waren. Ebenfalls zu beobachten ist ein Bruch in der zweiten Hälfte der Platte. Butler verliert sich des Öfteren in Wiederholungen, liefert verworrene Ergebnisse und so darf man schlussendlich festhalten, für eine produktive Solokarriere reicht es noch nicht, aber komplett ignorieren sollte man diese Platte nicht.

7.0