The Walkmen – Bows + Arrows

Nachdem die Walkmen in Ihrer Heimatstadt New York mit dem Debüt ‚ Everyone Who Pretended to Like Me Is Gone ‚ durchaus für Aufsehen sorgen konnten gingen Sie ermutigt aufgrund der vielen positiven Ressonanzen zurück ins Studio um an einem Nachfolger zu basteln. Damals reichte dieser Erfolg jedoch noch keineswegs zu einem vollkommenen Leben. Neben der Musik hatten alle noch ihre ganz normalen Jobs denen sie tagsüber nachgingen. Erst jetzt, mit ‚ Bows + Arrows ‚, können Sie auch hierzulande auf sich aufmerksam machen. Nun war es auf einmal aus mit gemütlichem rumsitzen nach der Arbeit und über die guten alte Zeiten zu reden. Auftritte standen an, Pressetermine, Fotoshootings und eben alles was eine Band so machen muss die über Nacht berühmt wird und einen Vertrag bei Universal unterschreiben darf. Und das alles auch vollkommen berechtigt. Von ‚ The Rat ‚ dem Vorzeigesong auf dem Hamilton Leithauser ins Mikrofron schreit: „Can´t you hear me?! / I´m calling out your name/Can´t you see me? I´m pounding on your door!“ zu ‚ Little House Of Savage ‚ das zusammen mit ‚ My Old Man ‚ wie Post-Punk Nummern beginnen und sich in philosophisch bittersüßen Melodien verlieren bekommt man alles geboten. ‚ Hang On Siobhan ‚ ist ein fein betrunkener Walzer der mit seinen fernen Trommeln und seinem torkelten Klavier atemberaubend schön ist. Überhaupt gehört er mit ‚ 138th Street ‚ zu den heimlichen Favouriten unter den langsameren Songs. Weiter über ‚ North Pole ‚ bis hin zu ‚ Bows + Arrows ‚ ist das ein durch und durch in sich stimmiges, verträumtes Album das den Zuhörer aber auf keinen Fall ins nirgendwo dahingleiten lässt. Schmale Wege, verschlungene Pfade die so manche Überraschung am Wegesrand parat haben begleiten einen durch das ganze Album hindurch. Gefolgt von einer Truppe gigantischem Geschepper, verstimmter Gitarren und klappernder Rythmen, die hin und wieder Lagerfeuer Atmosphäre zaubern, lauscht man andächtig den nicht gerade wenig platzbeanspruchenden Melodien. Gegen Ende hin wird es mit ‚ Thinking of a Dream I Had‘ nochmal so richtig laut und krachig, ein Wahnsinnsrefrain in den uns da The Walkmen auftischen. Kaum mit Worten zu beschreiben, bleibt da einfach nur noch ganz simpel übrig zu sagen: Traumhaft schön. Nach diesen Songs der überschlagenden Perfektionen lassen die fünf Amerikaner mit ‚ Bows + Arrows die Platte besinnlich ausklingen, die letzten Klänge erlöschen und man kann sich nochmal diese geballte musikalische Spiritualtät vermengt mit melancholische Songpassagen, noch einmal durch den Kopf gehen lassen. Zwar gibt es keine drastischen Veränderungen zum Vorgänger ‚ Everyone Who Pretended To Like Me Is Gone ‚ aber ist dies auch keineswegs erforderlich. Gebaut auf lauten Gitarren und Orgeln, zusammengeflickt mit verwirrenden Gedanken und Erinnerungen bleibt auch ‚ Bows + Arrows ‚ einzigartig. Denn oft ist weniger mehr wie man so schön sagt.