The Hives – Lex Hives

Man könnte sich eigentlich ganz kurz fassen: das neue Werk ‚ Lex Hives ‚ verzichtet größtenteils auf die druckvollen Nummern, wie wir es noch von den letzten Platten ‚ Barely Legal ‚, ‚ Veni,Vidi,Vicious ‚ und ‚ Tyrannosaurus Hives ‚ kannten – doch zugleich ist es wesentlich konstanter in seinen Qualitäten, als noch das letzte ‚ The Black And White album ‚ aus dem Jahr 2007. Jedoch mögen diese Worte lediglich heißen, dass keine ausfallenden Tiefflieger mehr vorhanden sind. Was The Hives auf Ihrem neuen Album jedoch ausgezeichnet gelöst haben, ist der Einstieg mit Ihrem Intro ‚ Come On! ‚ und den darin jubelnden Anhänger. Ein echter Aufheizer! Und bis zum ersten Aufschrei in ‚ Go Right Ahead ‚ ist die Welt auch noch in vollen Zügen genießbar. Der dazugehörige Videoclip zeigt The Hives in Zylinder-Garderobe, während sie in einem (mit Party-Papierschlangen geschmückten) Proberaum Ihren neuen Song spielen.

Der Song selbst kratzt allerdings nach mehreren Durchläufen in rasanter Geschwindigkeit an den eigenen Nerven. Wesentlich leichter verdaulich zeigt sich die dritte Nummer ‚ 1000 Anwers ‚, wenngleich auch nur Durchschnittsware angeboten wird.  Wo ist denn nun der energetische Garage-Rock, dieses fanatische Händeklatschen und dieser hysterische Gesang von Pelle Almqvist geblieben? Doch bevor man diesen Gedanken eine tiefere Substanz anbieten kann, befinden wir uns plötzlich in ‚ I Love Rock’n’Roll ‚ von Joan Jett & the Blackhearts. Zumindest die Ansätze lassen klare Anleihen erkennen. Aber abgesehen davon präsentieren uns The Hives erstmals auf dem neuen Werk druckvolle Gitarren-Riffs und ein hämmerndes Schlagzeug. Vor Kurzem erzählte der Sänger noch: „“Being more stylistically diverse is watering down what’s at the core of what you do, I feel. Even in art, there’s basically just Picasso who could have 50 different phases that were all genius. For most people, it feels more powerful if an artist has something you can immediately recognize.”

Das mag stimmen, doch die Ablenkung mag nicht mehr funktionieren, diese Songs bleiben guter Durschnitt – doch der Anhänger will mehr als das. Ist vielleicht doch der Moment gekommen, die Erklärung weshalb es bis zu ‚ Lex Hives ‚ so lange gedauert hat? Keine bahnbrechenden Ideen mehr vorhanden? Auch ‚ Wait A Minute ‚ ist so eine unbefriedigende Wartephase auf bessere Zeiten. Deshalb erneut weiter und endlich gibt es mit ‚ Take Back The Toys ‚ einen ungeheuerlich schweren und pochenden Rock-Beat, klobige Gitarren-Riffs und es ertönen schreiende Chöre: „I WANT MORE!!!” Das Fass ist gebrochen, die Emotionen finden keinen Halt mehr, diese hymnischen Refrains waren auch verdammt nochmal nötig um den geneigten Hives-Fan aus seiner Lethargie zu reißen. Und plötzlich scheinen die Hives im Jahr 2012 angekommen zu sein. ‚ These Spectacles Reveal The Nostalgics ‚ erinnert an die frühen Zeiten. Schnelllebige Rhythmen ohne Rücksicht auf Verluste drücken sich durch die Boxen und auch ‚ My Time Is Coming ‚ dürfte wohl mit Blick auf das gesamte Album zu den Highlights zählen.