The Ettes – Look At Life Again Soon

Ja endlich! Die 60s Garage Szene kommt diesen Monat wieder so richtig in Schwung. In ungestümter Manier wirbelte das Trio aus Los Angeles bereits im letzten Jahr durch die Staaten und auch hier überzeugten die Ettes um Sängerin Lindsay „Coco“ Harmes die Kritiker und Fans gleichermaßen mit dem umjubelten Debüt-Album ‚ Shake The Dust ‚. Zwischen der letzten Platte und der aktuellen ‚ Look At Life Again Soon ‚ sind in Europa knappe zwei Jahre vergangen und so bescheren uns Coco, Maria „Poni“ Silver und Jeremy „Jem“ Cohen gleich eine Neuveröffentlichung Ihres aktuellen Albums und oben drauf noch die brandneue EP ‚ Danger Is ‚ mit weiteren drei neuen Songs.

Zwar hat so manch einer von uns bestimmt schon im letzten Jahr die aktuelle Platte im Regal vorgefunden, aber wie sich die Dinge manchmal eben entwickeln, bekamen die Ettes nicht die Aufmerksamkeit die Ihnen eigentlich zustehen sollte. Und deshalb jetzt das Ganze noch einmal und mit doppelt so viel Schwung. Ob es helfen wird, das zeigt bekanntlich immer erst die Zukunft. Bis dahin regieren die Fakten und die lesen sich wie folgt: Das Label heißt Sympathy For The Record Industry und veröffentlichte Platten von Größen wie den Von Bondies, Turbonegro, The (International) Noise Conspiracy oder auch den White Stripes, womit wir auch gleich zum nächsten Punkt kommen würden – dem Produzenten der Ettes.

Denn dieser ist niemand geringeres als Liam Watson, der schon beim White Stripes Album ‚ Elephant ‚ seine Finger im Spiel hatte, sich nun ‚ Look At Life Again Soon ‚ angenommen hat und dem Trio den großen Erfolg international bescheren soll. In erster Linie werden damit natürlich die Verkaufszahlen angesprochen, live läuft bei den Ettes sowieso alles Bestens und erklären dazu auch gerne wie das Leben auf der Bühne so abläuft:“Musicians love their drugs, but when you encounter one who looks stoned and bleary eyed and like they might keel over any minute, and they don’t respond to their name being called, and they just seemed confused – it is possible that they’re not arrogant drug addicts, but that they have been on the road“.

Neben diesen speziellen Erfahrungen, bekommt auch der Hörer auf der neuen Platte so seine ganz eigenen und unvergesslichen Momente eingeimpft. Zum Beispiel der Opener ‚ I Get Mine ‚ der als ungeschliffene Beatnummer komplett Analog und stur geradeaus mit voller Wucht am Ende gegen die Wand prescht. Tja die Türe wäre eins weiter gewesen, aber was interessiert das schon die Ettes? Genau, einen müden Scheißdreck. Denn hier werden auf solche Nebensächlichkeiten keine Rücksicht genommen und deshalb ist Standfestigkeit ebenso angesagt wie ein ausgeprägter Tanz-Rhythmus. In ‚ Chilled Hidebound Beats ‚ toben sich Jem´s Basslines mit all Ihrer Stärke auf unseren Trommelfellen aus und hinterlassen eine mittelgroße Verwüstung.

Nur gut das Nummern wie das ‚ I Heard Tell ‚ all das in Windeseile bereinigen kann und sich dabei anhört wie die White Stripes auf Speed. Aufgenommen wurde ‚ Look At Life Again Soon ‚ natürlich komplett analog und live auf einer alten Studer Vierspurmaschine. Mehr brauchte es bei dieser vom Wahnsinn-bessenen Platte nicht, um die fulminanten Songs ins rechte Licht zu rücken. Jetzt bleibt nur noch zu hoffen, das es auch mit der öffentlichen Aufmerksamkeit endlich mal klappen will.

8.7