The Enemy – We’ll Live And Die In These Towns

Die Bands sprießen nach wie vor in unglaublicher Schnelligkeit aus dem englischen Boden. Ob hier mit Genmanipulation nachgeholfen wird darf man sich ironischerweiße schon des längeren fragen. Dabei sind diese Fälle mit relativer Leichtigkeit zu entlarven. Die Zutaten dafür wären eine handvoll junge englische Röhrenjeansträger, die lässig und cool in der Gegend herumstehen und dabei noch gut aussehen können. Des weiteren ein Mikrophon, hippe Gitarrenläufe gepaart mit eingängigen Melodien, eine gute Portion Britrock und einem Produzententeam mit dem Ziel die Chartspitze zu stürmen. Das alles schüttet man schlussendlich in den Mixer, schaltet auf On und lässt sich überraschen was denn diesmal wieder schönes unten bei rauskommt. Das alles mag zu Anfangs viel Spaß machen und für zeitweilige Unterhaltung sorgen, aber wie alles wird auch diese Mixtour mit der Dauer langweilig und man sehnt sich nach etwas Neuem, zumindest nach mehr Abwechslung. Doch die bekommt man nur sehr selten vorgesetzt und so bleibt einem als Fan des gepflegten Britrocks nicht viel übrig als sich das alles anzuhören und zu hoffen, dass es sich hierbei um die ersehnte Frische handelt.

Im Falle von The Enemy kam leider wieder der Mixer zum Einsatz der in elf Sitzungen fast identische Ergebnisse erbrachte und auf den Namen ‚ We´ll Live And Die In These Towns ‚ hört. Kein Wunder, wirft man oben immer wieder das selbe rein, kann unten nichts Neues bei rauskommen. Dabei muss gesagt werden, das der erste Teil des Albums durchaus seine Stärken vorzuweisen hat. Denn direkt mit dem Opener ‚ Aggro ‚ beweisen The Enemy Ihre kurzzeitige Daseinsberechtigung. Ganz in Manier großer Bands beginnt der Auftakt mit rotierenden Gitarren und einer ausdrucksstarken Stimme von Sänger Tom Clarke. Zum Ende hin folgt eine kurze Verschnaufpause die leider ohne den erwarteten Ausbruch danach, zu Ende geht. Dennoch der erste Höhepunkt, der sich erst wieder mit ‚ Had Enough ‚ zurück melden sollte. Dazwischen folgen mit ‚ Away From Here ‚ und ‚ Pressure ‚ zwei ordentliche Songs in denen nur die zu oft vorkommenden „Oh Oh Ohs“ und „Da Da Da Do Do Do“ mit der Zeit nervig werden können. Danach folgt mit ‚ Had Enough ‚ ein sehr gelungener Song, der zurecht als Single ausgekoppelt wurde. Auch wenn es um die ruhigen Seiten des Lebens geht können die Enemy überzeugen und klingen auf ‚ We´ll Live And Die In These Towns ‚ reif und erwachsen.

Leider spürt man hier die vielen Hände der mitwirkenden Produzenten mehr als nur am Rande. Die Songs wirken glatt poliert, alles ergänzt sich aufs Beste und versperrt natürlich den Weg für Überraschungen oder ein wenig Abwechslung. Diesem Einheitsbrei gelingt es zwar ab und zu andere Zutaten mit reinzumischen, aber auf Dauer werden diese Beigaben Stück für Stück neutralisiert. Übrig bleibt ein ordentliches Debütalbum in denen keine Totalausfälle zu finden sind, aber eben auch keine Glanzstücke – nur gut durchdachter und feingeschliefener Britrock. \l