Eagles Of Death Metal – Zipper Down

Jesse Hughes hat nach dem zweiten Album »Death by Sexy« seinen kreativen Höhepunkt erreicht. Die alten Songs klingen auch heute noch verdammt gut. Frontmann Jesse Hughes und der wesentlich berühmtere Josh Homme waren langjährige Freunde, die zusammen ohne Größenwahn Musik machen wollten. Das funktioniert tatsächlich heute noch genauso authentisch wie vor elf Jahren, als das Debüt »Peace Love Death Metal« erschien. Jesse „The Devil“ Hughes war bereits Boots Electric und Fabulous Weapon. Doch egal wie man den Mann mit seinem Schnauzer auch nennen möchte – er ist einer der unbestreitbaren Persönlichkeiten des Rock. Dies kommt sowohl durch seine Live-Auftritte (gerne wird zwischen den Songs mal ein kleiner Bartkamm gezückt), wie auch durch die entspannten und verspielten Texte. In »Silverlake (K.S.O.F.M.)« verspottet Hughes die Hipster Kultur in Los Angeles inmitten eines Kiss-ähnlichen Riffs. „I am from Silver Lake, and I am in a cool band/ Don’t you know who I am?“ Leider fehlt es dem Mann ein bisschen an musikalischer Kreativität und dieses Handicap kann auch ein Josh Homme am Schlagzeug nicht ausgleichen. So bleiben nur ein paar Songs übrig, wie beispielsweise das zum Hände klatschen anregende »Got a Woman« oder »Complexity« mit seinem beschwörenden Gefühl in Richtung einstiger Grand Funk Railroad-Klassiker. Zum Glück ist »Zipper Down« in seiner Gesamtheit unterhaltsam genug, um die immer wiederkehrenden musikalischen Wiederholungen ausreichend zu kaschieren. In Zukunft wird sich Jesse Hughes etwas mehr anstrengen müssen, denn sein vertrauter Schnurrbart und die unverfälschte Handschrift seiner Songs werden dann endgültig zu wenig sein.