The Enemy – Music For The People

The Enemy gehen in die nächste Runde und verzichten noch einmal auf das weiße Handtuch. Nach einem eher durchschnittlichen Debütalbum war es lange Zeit ungewiss, wie es mit den Engländern aus Coventry weiter gehen würde. Von der Presse mit negativen Bewertungen abgestraft, glaubte zumindest Warner Music an die Band bzw. an hohe Verkaufszahlen, denn englische Indie Musik verkauft sich ja bekanntlich immer besser  und hilft in kurzer Zeit recht schnell an viel Geld zu kommen.

Ob diesmal der Plan aufgeht wird sich erst noch zeigen müssen. Die Zeichen stehen aber eher schlecht, denn auch mit der weiten Platte von The Enemy ‚ Music For The People ‚ bekommt man alles andere präsentiert als „Music for the People“. Vielmehr folgt hier eine sinnlose Abfolge an Gitarrenriffs mit unnötigen Handclaps, die uninspiriert und unnötiger nicht sein könnten.

Doch gravierender ist der lyrische Inhalt der neuen Platte, amateurhaft und oftmals erschreckend klingen hier die Worte aus dem Mund von Sänger Tom Clarke: „“There’s no such thing as a free meal/there’s no future in British Steel/No one ever gives you anything for free/Unless you’re sleeping with the BBC“. Juhu haben sich The Enemy gedacht – es reimt sich! Und sogar für Menschen mit Lernschwierigkeiten dürften diese Textpassagen keine Probleme darstellen.

Es ist ein Schlitterkurs durch zehn Songs, deren jegliche Glaubwürdigkeit fehlt, keinen klaren Bezugspunkt aufbauen können und auch sonst lassen sich die Strukturen nur mit Mühe erkennen. Die post- pubertierenden The Enemy hatten sich zumindest vor zwei Jahren noch eine Perspektive mit ‚ We’ll Live And Die In These Towns ‚ aufbauen können – diese liegt jetzt in Schutt und Asche. Auf diesem orientierungslosen Haufen stehen die Engländer und sind am musikalischen Stillstand angekommen.

Beweise dafür sind schnell gefunden, allen voran die schlechte Kopie ‚ Don’t Break The Red ‚, dass ‚ London Calling ‚ von The Clash in jeder Hinsicht verzweifelt versucht nachzuäffen. Auch ‚ Last Goodbye ‚ ist ein Stück, es handelt angeblich über Selbstmord, das sich an den Saiten des Verves Klassiker ‚ Sonnet ‚ vergreift und zu guter Letzt gibt es noch den abschließenden Hiddentrack ‚ Goodnight Ladies And Gentlemen ‚ das die Strukturen des Beatles Song ‚ Let It Be ‚ versucht zu imitieren. Selten war die Freude über das Ende einer Platte so groß wie hier. Nun noch schnell einen gigantischen Seufzer loslassen, die Lieblingsplatte einwerfen und die ganze Sache abhacken und vergessen.