Daughtry – Leave This Town

Aus dem schönen Bundesstaat North Carolina stammt Chris Daughtry, seines Zeichen Bandgründungsmitglied und American Idol Finalist 2006. Eine Show die Ihre Glanzzeiten und sich längst überlebt hat, das Image immer größere Staubberge ansetzt und nicht nur im Ansatz mit dem ergrauten Haupthaar zu kämpfen hat. Welche Glanzzeiten es gewesen sind? Natürlich beläuft es sich hier nicht anders, wie mit den anderen ausbeuterischen Castingshows: Die erste ist in der Regel immer die Erfolgreichste. Wer dort den ersten Platz belegen konnte hatte Glück, in diesem Fall war es 2002 Kelly Clarkson, die sich zumindest bis Heute international an der Spitze behaupten konnte. Nicht so der männliche Gegenpart in Form von Chris Daughtry, der seinen Nachnamen opferungsvoll seiner Band spendete- oder weil es natürlich aus Sicht des bösen Herrn Kommerz schneller das eigene Konto füllen kann. So oder so, das Debüt konnte zumindest streckenweiße positiv überraschen. Klar es war für den Mainstream gedacht und so mussten die zwölf Songs auch einige Schönheitsoperationen über sich ergehen lassen, aber der Charakter ging dabei nicht verloren. Eine weitere wichtige und sympathische Tatsache, Chris Daughtry hat zwar die Castingshow gewonnen, doch auf der Bühne stehen sie als eingeschworene Gruppe. Und auch als die Band Daughtry eroberten Sie die Charts und die Welt mit Ihren überzeugenden Liveshows. Doch was ist nach drei Jahren geblieben? Vielleicht noch ein kleiner Fleck der eigenen Identität. Der rasende Erfolg hat Daughtry überrundet und erzeugt nun eine äußerst unangenehme Rückkoppelung. In die Werbetrommeln wurde auch diesmal kräftig geschlagen und sicherte den Jungs zumindest den ersten Platz in den Vereinigten Staaten, doch was die Qualität betrifft, enttäuscht die Band aus North Carolina fast auf ganzer Linie. Weichgespült klingen Sie wie Nickelback, Three Doors Down oder die orientierunglose Mädchen-Truppe von Linkin Park, für den echten Rockfan ein ekliger Griff ins Klo. Songs der emotionalen Sorte mit hymnischen Refrains sabbern von der großen Liebe und dem ewigen Herzschmerz. „You Don’t Belong,“ Daughtry sings what isn’t so much a verse as a collection of unrelated statements that happen to appear in the same minute of a song: „No, you don’t belong to me, I think you lied to me/And with my back against this wall, it’s hard to be strong/No, you’d tell me anything, look what you’ve done to me/Still, I tell myself that tomorrow you’ll be long gone.“ Und das ist bereits der Opener und zugleich einziger Song aus der Feder von Daughtry. Eine Ansammlung von Aussagen, die auch von den Co-Schreiberlingen beherzt übernommen wurde. Stimmlich klingt Chris Daughtry beliebig und lässt sogar Chad Kroeger als den harten Kerl von nebenan rüberkommen. ‚ Open Up Your Eyes ‚ klingt seltsam geschwollen und überreizt, eine Eigenschaft die zum Ende der Platte noch drastischer ausgefahren wird. Es ist eine Platte an die ganzen undankbaren Kritiker dort draussen, die sich durch zwölf Songs kämpfen müssen, die Arbeit nicht zu schätzen wissen, schnulzige Balladen geduldig über sich ergehen lassen und heilfroh sein dürfen, zumindest eine Band zu erleben, die versucht ernsthaft Musik zu machen.