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Schwarz auf Weiß steht handschriftlich LIAR Love Isn’t A Right Tanita Tikaram, eine schlichte, kontrastreiche Typografie, die das Thema Wahrheit und Verletzlichkeit in minimalistischer Direktheit spiegelt.
ALBUM

LIAR (Love Isn’t a Right) TANITA TIKARAM

2025
MSTAX ALBUMPROFIL

Zwischen Zärtlichkeit und Widerspruch: Wie TANITA TIKARAM auf LIAR (LOVE ISN’T A RIGHT) ihre Vergangenheit konfrontiert und mit stiller Wut ein spätes Meisterwerk zwischen Kammerpop, Gesellschaftskritik und Selbstbefragung erschafft.

Es gibt Künstlerinnen, deren Stimme allein genügt, um eine ganze Epoche wachzurufen. Tanita Tikaram gehört zu ihnen. 1988 wurde sie mit „Twist in My Sobriety“ zur Symbolfigur einer Generation, die Melancholie als Haltung begriff. Fast vier Jahrzehnte später veröffentlicht sie mit „LIAR (Love Isn’t a Right)“ ein Album, das sich in den Bruchstellen ihres eigenen Erbes bewegt. Die Entscheidung, ihr Debüt „Ancient Heart“ fortzuschreiben, wirkt auf dem Papier kalkuliert, entfaltet sich musikalisch jedoch als späte Selbstkorrektur: ein Versuch, Ordnung zu schaffen in einer Karriere, die zwischen Vergessen und Verehrung oszillierte.

Schon der Auftakt „Turn the Lights Down Low“ öffnet einen Raum aus flirrendem Saitenspiel, dessen Zurückhaltung beinahe schmerzt. Tikaram’s Stimme ist tiefer geworden, weniger samtig, dafür ehrlicher, spröder. „This Perfect Friend“ führt uns in ein Kammerspiel aus Scham, Sehnsucht und Kontrolle, getragen von Helen O’Hara’s Violine und dem rhythmischen Atem des Cellos von Zosia Jagodzinska. In dieser konzentrierten Intimität liegt die Stärke des Albums: Es zwingt zur Aufmerksamkeit, zum Lauschen auf die kleinen Brüche im Gleichgewicht.

Nicht alles gelingt. „I See a Morning“ bleibt melodisch hängen, „Fear and Chills“ verliert sich in atmosphärischem Leerlauf. Doch selbst in diesen Momenten wirkt Tikaram aufrichtig. Ihre Lieder verweigern sich der Dramaturgie gängiger Pop-Emphase, sie klingen eher wie Briefe, die zu spät abgeschickt wurden. Die Coverversion von „Wild Is the Wind“ schließt diesen Kreis: kein Wagnis, aber ein würdiges Zitat. Zwischen Nina Simone und David Bowie behauptet Tikaram ihre eigene Deutung, stoisch und verletzlich zugleich. Die politische Dimension schwingt unterschwellig mit. 

In „Love Isn’t a Right“ reflektiert sie soziale Kälte, in „I See a Morning“ blitzt Hoffnung auf, die so zaghaft ist, dass sie fast erlischt. Das handgemalte Cover, roh und unausgewogen, verstärkt diesen Eindruck: kein Schmuck, kein Ornament, nur die Worte selbst als Zeichen. In dieser Reduktion liegt der Mut einer Künstlerin, die sich nicht mehr gefallen will. Am Ende steht ein Album, das sich seiner Begrenzungen bewusst ist. Kein spätes Meisterwerk, doch ein Werk von Gewicht: introspektiv, widersprüchlich, ehrlich. Tikaram singt leiser denn je, aber ihre Fragen hallen nach.

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Schwarz auf Weiß steht handschriftlich LIAR Love Isn’t A Right Tanita Tikaram, eine schlichte, kontrastreiche Typografie, die das Thema Wahrheit und Verletzlichkeit in minimalistischer Direktheit spiegelt.

Tanita Tikaram – LIAR (Love Isn’t a Right)

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Anspieltipps: Turn the Lights Down Low, This Perfect Friend, Love Isn’t a Right

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