Starcrawler – Devour You

Das zweite Album „Devour You“ von Starcrawler wurde von Nick Launay produziert und zeigt auf eindrucksvolle Art und Weise, dass diese großartige Live-Band mit ihrer schreienden und spuckenden Sängerin auch auf einem Studioalbum zu überzeugen weiß. In der Tat haben sie mit Sängerin Arrow de Wilde einen verdammt umtriebigen Brennpunkt, deren Anwesenheit unsere gesamte Aufmerksamkeit erfordert. Live sind sie ein Spektakel. Dreist und unberechenbar, aber auch einer der aufregendsten Live-Acts seit Jahren. Das Problem – wenn es als solches betrachtet werden kann – besteht darin, die Intensität und das Drama dieser Live-Auftritte auf Platte zu übertragen. 

Während das selbstbetitelte Debüt auf viele Arten lieferte, fühlte sich das neue Werk wie die Summe seiner Teile an. Der Höhepunkt aus drei Jahren harter Arbeit, dessen Aufnahmen im Wesentlichen die gesamte Setlist der Band von ihren Gründungsjahren bis zur Gegenwart abdecken. Starcrawler sind jung, sie sind rau und sie machen verdammt guten Rock’n’Roll. Auf „Devour You“ kann man die kochende Atmosphäre vor der Bühne inhalieren und vermittelt zumindest den Eindruck davon, wie es tatsächlich auf so einem Konzert zugehen muss. Leider ist wie schon auf dem Debüt nicht alles super geworden. Die Hits finden sich am Anfang, zum Ende wird es ein wenig schlampig. 

„Home Alone“ ist das Album-Highlight, angespannt und heftig, erinnert es an die breithüftigen Queens of The Stone Age aus den Anfangsjahren. Diese Platte lässt über weite Strecken die Hüften wackeln, die Hände klatschen und erfreut uns mit glühenden Riffs – jeder Menge Riffs. Es ist nicht perfekt, aber es fällt schwer, derzeit eine weitere so unterhaltsame Platte wie „Devour You“ zu finden.