The Wytches – Three Mile Ditch

Seit der Veröffentlichung ihres 2014er Debüts Annabel Dream Reader haben sich THE WYTCHES einen Namen als eine der beliebtesten und angesehensten Underground Bands Großbritanniens gemacht.

“We’ve come back feeling re-energised and rejuvenated,” verkündete Sänger Kristian Bell. “For a period I was losing interest. We were going through the motions but now things feel right again, the songs have a real sense of purpose.” Die überzeugende neue Sammlung von Songs auf ihrem dritten Studioalbum klingt majestätisch, stark und leitet ein neues Kapitel in ihrer Karriere ein. Es vermittelt ein Gefühl der Lebendigkeit, in dem sich rohe und absorbierende Gitarrensounds in hypnotischen Schichten entfalten. Während das Highlight des Albums „Meat Chuck“ von einer Nirvana-Aufrichtigkeit aus der Ära „Bleach“ gekrönt ist, die bereits im ersten Album spürbar war, glänzt die Ballade „Midnight Ride“ mit der richtigen Dosis Durchsetzungsvermögen und Bescheidenheit. 

An anderer Stelle repräsentieren Songs wie das melodische, knurrende „A Love You Never Know“ und die schweren Riffs, Intensität und Lautstärke von „Everyone’s Friend“ eigenständige Momente, während die aggressive Atmosphäre von „Meat Chuck“ eine harte Welle der Potenz zündet. Bell hat nie verheimlicht, wie sehr er die Arbeit von Alex Chilton von Big Star bewundert, und es ist offensichtlich, wie groß der Einfluss auf dieser Platte ist. Aber wenn er in inszenierter (oder echter) Verzweiflung schreit und heult, scheinen die Emotionen weiter gelöst zu sein und sich selig zu vereinen, da man oft nicht beschreiben kann, wie Ehrlichkeit klingt, sondern sie nur dann leicht identifizieren kann, wenn man sie selber hört. 

Der vertraute und doch ausgeprägte, nahtlose Fluss dunkler Riffs, explosiver Geräusche und klassischer Songwriting-Elemente markieren eine besondere Rückkehr der Wytches, deren neues Album in all seiner absorbierenden Rohheit unsere vollste Aufmerksamkeit verdient.

7/10