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Arca als überlebensgroße, geflügelte Gestalt thront in High Heels über einem bizarren Diorama voller Aliens, Tentakel, Pflanzen und synthetischer Kabel – wie eine cyberfuturistische Göttin auf einem Theaterpodest.
ALBUM

KicK iii ARCA

2021
MSTAX ALBUMPROFIL

Vier neue Alben mit extravagant verzerrter Elektronik fordern uns HörerInnen zu viel Forschungsarbeit heraus – und ganz nebenbei ist es ARCA‘s bisher Pop-lastigste Musik.

Als ausgeformtes Ganzes ist die KICK-Reihe lebendig, wenn nicht etwas zerstreut. Als Ausgangspunkt für fraktal-ähnlichere Erweiterungen ist es jedoch explosiv, mit Potenzial, das nur Arca selbst wirklich heraufbeschwören kann. Arca ist in den letzten Jahren für ihre transgressiven Interpretationen von Pop und Avantgarde bekannt geworden. Der Zusammenfluss ihrer Inspirationen führte sie im letzten Jahr zu „KiCk i“, einer kühnen Synthese aller Dinge von Arca. Die reuelose Nachsicht von Arca’s Fünf-Album-Kick-Projekt spiegelte sich nicht nur in seiner Größe, sondern auch in seiner kühnen, stilvollen Haltung wider. 

„KicK iii“ wurde von Alejandra Ghersi als tiefes Eintauchen in die schwere Clubmusik beschrieben und beleuchtet die glamourösesten und kämpferischsten Elemente ihrer Musik. Es beginnt mit „Bruja“, das in seinen schneidenden Gesängen, stampfenden Beats und opernhaften Umfang, der eines intergalaktischen Balls oder Laufstegs würdig ist. Auf dem Rest des Albums explodiert Ghersi in abstrakte Scherben, die ihre Produktionen zu futuristischen und dramatischen Hörerlebnissen führen. Es ist ein unruhiges, herausforderndes Hören – Beats, die wie Schüsse klingen, wirbelnde und klirrende elektronische Geräusche. 

Sie verzerrt ihren Gesang auf eine Weise, der manchmal an Prince als sein weibliches Alter Ego Camille oder an die Helium-Samples des ehrwürdigen Hardcores erinnert – obwohl alles im Allgemeinen ziemlich albtraumhaft klingt. Als nichtbinäre Transfrau, die in Caracas, Venezuela – auf dem Höhepunkt sozialer Unruhen – und in einem Vorort von Connecticut aufgewachsen ist, ist Alejandra Ghersi das Leben zwischen den Welten nicht fremd. Und so demonstriert Arca Ihr Können in diesen Welten, während sie auf Englisch flucht und auf Spanisch beklagt – zwischen Weichheit und Körnung, symphonischer Echtheit und kratzender Verzerrung pendelnd.

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Anspieltipps: Bruja

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