Sports Team – Deep Down Happy

Bei Rockmusik geht es darum, mit ganz bestimmten Affekten zu spielen, egal wie wir uns drehen. Die sechsköpfige Band Sports Team hat bereits einen überzeugenden Frontmann in Form von Alex Rice, dessen aufgeräumtes Aussehen und schreiender Sprechgesang eine moderne Umgestaltung von David Johansen und Eddie Argos ist. Hinter Rice und dem Glam-meets-Proto-Punk-Ansatz seiner Bandkollegen steckt eine gewisse Haltung, aber alles macht Spaß. Ihr Debüt-Studioalbum „Deep Down Happy“ bietet gegenüber den IDLES und Shame ein alternatives Manifest, das sich direkt auf ihre Erfahrungen während ihres Studiums an der Universität von Cambridge bezieht. Vielleicht ist es nicht so aufregend, wie gegen das System vorgehen zu wollen, aber die Band versteht ihr Publikum: gelangweilte Vorstadtkinder, die etwas zu sagen haben, aber ihre Gefühle nicht richtig artikulieren können.

Rice’s Worte fallen triumphierend gegeneinander – klingende Akkordfolgen beim Eröffnungstrack „Lander“, die über seine vergeblichen Karrierechancen nachdenken, während er in seinem örtlichen Stadtgarten spazieren geht. Er ist scharfsinnig und nicht übermäßig wortreich oder ironisch in seinen Dialogen. „I’ve been sleeping in Thumblands/ I only listen to old bands/ I pray the CD don’t skip.“ Wie wir es von jedem jungen Kunststudenten erwarten würden, ist seine Anmaßung zart und nachvollziehbar – besonders wenn er mit seinen Bildern hyperspezifisch wird – unterstützt von einer Band, die mit großer musikalischer Vielseitigkeit spielt. Die Band ist sehr geschickt darin, diese Langeweile und die Angst der Studenten mit dringenden, treibenden Melodien in Einklang zu bringen. 

Die Single „Camel Crew“ bricht zeitgenössische „Be nice“ -Konventionen und zielt auf Bands ab, die Mode gegenüber der Musik bevorzugen: “This avant-garde is still the same/ Go to Goldsmiths and they dye their fringes/ Just to know they’ve made it only/ When they sign the rights to Sony.” Letztlich kann man Rice und seinen Kumpel Rob Knaggs entweder charmant oder irritierend finden, und die Freude liegt in dem Tribalismus, der dem Ansatz der Band innewohnt. Nach dem Anhören von „Deep Down Happy“ haben wir absolut keinen Zweifel daran, wogegen die Sechser rebellieren – wofür sie stehen und was sie tatsächlich genießen. Letzteres könnte auf Album zwei etwas mehr Sendezeit bekommen. Aber genau diese unverhohlene Geradlinigkeit und die Weigerung, sich zu verbiegen, stehen dem Sport Teams in diesem Rock’n’Roll-Geschäft ziemlich gut.