Hot Club De Paris – Free The Pterodactyl 3

Hot Club De Paris. Hot Club De Paris. Hot Club De Paris. Wir haben diesen Namen in den letzten Monaten und Jahren so oft gehört und gelesen, man könnte meinen, bereits eine Strafarbeit über fünf Seiten zu Hot Club De Paris verfasst zu haben. Wir leben damit, haben uns damit abgefunden und besonders zu Beginn schenkten wir der Band nur bedingt Aufmerksamkeit. Zu verwirrend, zu haltlos und zu gefräßig schienen uns die Melodien. Wie ein gieriges Monster blickte es kontinuierlich nach angreifbarer Beute, sprühte seine Lockstoffe und verharrte einsam in der kleinen Nische neben den florierenden Märkten. Dort gab es alles, hier konnte man ohne Anstrengung überleben und doch wollten Hot Club De Paris niemals Ihr kleines Versteck am Rande der Gesellschaft verlassen. Schlussendlich führte uns eben diese Tatsache nach dem ersten Werk in die Fänge des gefrässigen Monsters, die Neugier und das Interesse an dieser Überlebensstrategie musste erforscht werden. Leider kam zu diesem Zeitpunkt das schwächere zweite Werk ‚ Live At Dead Lake ‚ in die Läden, wenngleich uns das nicht mehr verschrecken konnte. ‚ Drop It Till It Pops ‚ hatte sich bereits in unseren Köpfen verfestigt und klopfte auch noch zwei Jahre danach beständig gegen die Schädeldecke. Nun darf dagegen Abhilfe geschafft werden, zumindest sollten die Rhythmen einen geistigen Tausch erfahren und hören nun in Ihrer Gesamtheit auf den Namen ‚ Free the Pterodactyl 3 ‚. Zugleich handelt es sich hierbei um die beiden 2010er Vinyl-EPs der Liverpooler Punkrocker Hot Club de Paris, die parallel zu ihrem Berlin-Gig im Februar erscheint. Doch was erwartet uns darauf? Am einfachsten beschreiben sich die kommenden Minuten mit dem Opener ‚ I’m Not In Love And Neither Are You ‚ und den polternden Melodien, den eingängigen Riffs und der skurillen Bestreitung eigener Wege durch unwegsame Höhen und Tiefen. ‚ Three Albums in & Still No Ballad ‚ beschreibt sich dagegen sehr treffend auf eigene Art und Weise und legt damit den direkten Verweis auf den eigenen Status als Band nieder. Es funktioniert und nach dieser großen Anzahl tanzbarer Hits, kann im Grunde auch überhaupt nichts dagegen eingeworfen werden. Doch besticht schlussendlich eben diese Tanzbarkeit und zieht sich wie ein roter Faden durch alle Veröffentlichungen von Hot Club De Paris. Unverschämt zieht uns das Trio damit jedes Mal wieder auf die Tanzfläche, klingen dabei immer noch wie The Futureheads, nur mit weniger Hemmungen, einem volleren Klang und der angesprochenen Gefrässigkeit, die wohl niemand mehr in diesem Leben vollständig in den Griff bekommen wird. Vielleicht mag ‚ Free the Pterodactyl 3 ‚ ein wenig unter der sauberen Produktion leiden, auch ist eine gewisse Reife in den Songs erkennbar, doch der unverrückbare Mittelpunkt, das Glanzlicht bei Hot Club De Paris bleibt die unverbrauchte und sprudelnde Energie. Niemand wird auf einem Festival an dieser Band unberührt vorüberziehen können, niemand kann sich diesem Sound vollständig entziehen. Aber am Ende ist das auch nicht die Frage, sondern viel wichtiger und bedeutsamer die Tatsache – auch in dieser kleinen musikalischen Nische kann das eigene Überleben gesichert werden kann.