Cornershop – England Is A Garden

„St Marie Under Canon“ eröffnet die neunte Platte von Cornershop mit einem knisternden, nordischen Schlag, der seine Audiophilie so stolz auf der Brust trägt, dass Tjinder gegen Ende sogar singende Anweisungen zum Einrichten eines Soundsystems zum Besten gibt. „Slingshot“ fährt die Platte für einen schlängelnden Gospel Country durch die Innenstadt von Wuhan – zumindest klingt Tjinder so, als würde er durch eine Gasmaske singen – und „No Rock Save In Roll“ feiert die Black Country Metal-Szene im Stil eines heftigen Dröhnens. Cornershop haben vielleicht eine achtjährige Pause zwischen der Veröffentlichung von „Urban Turban“ und „England Is a Garden“ eingelegt, aber sie waren – so ist es in den Anfangsminuten zu hören – sicherlich nicht untätig.

Cornershop waren ein ziemlicher Mainstream-Erfolg der neunziger Jahre. Doch ihr baufälliger experimenteller Gitarren-Pop, der die Tamburicas und Sitars des indischen Erbes ihres in Großbritannien geborenen Sängers Tjinder Singh einbezog, erreichte 1997 mit „Brimful of Asha“ Ihren Höhepunkt. Auch wenn das neue Album diese Qualitäten nicht mehr erreichen kann, so ist „England Is A Garden“ ein pan-kultureller Schmelztiegel der Gegenüberstellung. Es sind Spaziergänge durch lockere Instrumentierungen und improvisierte Flötespiele, die auf vielen Tracks hier zu finden sind, mit dem durchschlagenden Megaphon-Gesang, den man auch bei einem Protest finden würde.

Zwei der jubelndsten Höhepunkte des Albums sind „Highly Amplified“ und „Everywhere That Wog Army Roam“. Beide befassen sich mit der beunruhigenden Politik des wachsenden Nationalismus Englands unter den üppigen und grünen Weideflächen. Ersteres verbindet eine freudig befreite Flöte, Tamburica und introspektive Streicher mit Punjabi und englischem Gesang und erzählt, wie “hell’s deep and the world is sinking”. Wenn England ein Garten ist, ist es kein gesprenkeltes Paradies. Es ist ein winziger, verrottender Fleck, der von aggressivem einheimischen Knöterich befallen ist.