Sportfreunde Stiller – So Wie Einst Real Madrid.

Zwei Jahre nach Ihrer EP ‚ Thonträger ‚, die den ‚ Sportfreunden Stillern ‚ den Durchbruch verschaffte erscheint nun Ihr erstes Album ‚ So wie einst Real Madrid ‚. Doch wär denkt die Zeit wäre nicht sinnvoll genutzt worden der irrt. Zwar wird der ein oder andere nach dem ersten Mal durchlaufen feststellen, dass man hier mal eine etwas andere Thematik vorgesetzt bekommt. Denn das besondere an dieser Platte ist die Tatsache, dass es sich hier um ein Konzeptalbum zum Thema Sport handelt, wie schon damals die Ärzte mit ‚ Le Frisur ‚ gezeigt haben (damals ging es vorwiegend um Frisuren) kann sowas durchaus erfolgversprechend sein. Natürlich lässt sich darauf auch die ein oder andere Ausnahme finden, dem Spielfluss tut dies allerdings keinerlei Abbruch. Es erwartet einem feinster Gitarrenpop, mal langsam mal auf der Überholspur aber immer direkt, locker und kommen so fast die gesamte Platte über ohne Fehlpässe aus. Highlights, Songs die sofort in Herz und Blut überspringen, sind die wunderschönen, melodie-lastigen Hymnen ‚ Wunderbaren Jahren ‚, ‚ Wellenreiter 54 ‚ und ‚ Heimatlied ‚. Wegen letzterem gab es damals hier und da Kontroversen, da einige meinten man könnte es auch anders interpretieren. Zu den eben genannten gibt es leider den ein oder anderen Gegensatz in Form eines Fehlpasses. ‚ Hokey (Feld) ‚ will nicht so Recht den Anschluss zum Rest halten und muss gegen Mitte des Songs hin das Handtuch werfen bzw. abreißen lassen. Auch gefühlvolle Nummern lassen sich finden. So kann ‚ Fast wie von selber ‚, der Platte den benötigten Tiefgang besorgen. Dieser bisweilen sehr gute Gesamteindruck der Sportfreunde lässt sich an einer ganzen Reihe von Merkmalen zurückführen. So ist der wichtigste Faktor die Gelassenheit, Lockerheit und Verspieltheit der Songs. In keinem Moment hat man das Gefühl das Sie einem Ihre Meinung aufzwingen wollen. Auch wie die Sportfreunde an die Themen rangehen ist beispiellos. Denn im Gegensatz zu so manch anderen deutschen Bands verzichten Sie auf verwirrende Gymnasiastenpoesie und tocotronischen Einblicken in die Köpfe der Menschen. Ganz nach dem Motto, frei von der Leber weg, spielen sich die Sportfreunde geradewegs zu einem klaren Sieg.

8.9