The Rakes – Klang

„The London music scene is so dull-it’s like wading through a swamp of shit. We just wanted to be somewhere more inspiring.“ Mit diesen Worten erklärten die Rakes Anfang des Jahres Ihren Wechsel, raus aus dem tristen England und rein in die Hauptstadt Deutschlands. Dort angekommen ging es kurzerhand mit Chris Zane in die Karl-Marx-Allee um dort in einem Studio mit den Aufnahmen zu beginnen. Wie man nun sehen kann, hat den Rakes der Umzug von London nach Berlin gut bekommen. Die alte Frische ist zurück und die Inspirationen aus der Post-Punk und New-Wave Zeit finden wieder in den zehn Songs zu neuer Stärke.

Gleich zu Anfang beginnen die Rakes ungewohnt stürmisch. Atemlos rasseln die Drums Auf und Ab, schaffen kaum Verschnaufpausen und fordern unseren Puls in den ersten drei Minuten so intensiv, wie auf der gesamten letzten Platte ‚ Ten New Messages ‚. Aber keine Sorge, das Tempo verliert sehr schnell wieder seinen Elan und stöbert erstmal wieder in den so Rakes-Typischen Gitarrenriffs.

Die einst so berühmten Sounds mit Ihrer unverblümten Direktheit konfrontieren uns auch diesmal wieder, besonders auf ‚ The Loneliness Of The Outdoor Smoker ‚. Der langweilige Stiefel von ‚ Ten New Messages ‚ wurde abgestreift und zurück in die dunklen Nischen gepackt, dort wo Sie erstmal für eine sehr lange Zeit – hoffentlich sehr gut aufgehoben sind. Denn es macht durchgehend Spaß, den neuen Klängen der Rakes zu lauschen und endlich das schlummernde Potenzial von ‚ Capture/Release ‚ wieder neu zu entdecken.

Abwechslungsreich geht es in dem schräg klingenden Stück ‚ The Woes Of The Working Woman ‚ weiter. Die Blaulicht-Sirenen mischen sich im Schlussteil geschickt unter die verzerrten Schrammelgitarren und pflügen mit stampfendem Schlagzeug schnurstracks in den nächsten Song ‚ 1989 ‚ hinein. Erstes Ausrufezeichen in diesem noch jungen Jahr, brachte das Blut wieder zum Brodeln und zeigte hier schon die neue Verspieltheit der Rakes.

„The album is raw, playful, exciting, complex and schizophrenic – much like the personality of Berlin itself. It couldn’t be more of a fitting place to record it.“ – und klingen dabei selbst wie echte Berliner. The Rakes haben nach Ihrem Glanzalbum ‚ Capture/Release ‚ die Kurve, ähnlich wie auch die Futureheads, wieder bekommen und befinden sich nach den zehn Songs weiter auf Erfolgsspur – fast so, als standen die vier Wahl-Berliner noch nie wo anders in Ihrer Karriere. Somit bleibt also schlussendlich (fast) alles beim Alten. Einziger Unterschied ist diesmal nur das kleine Wörtchen „mehr“: Mehr Tempo, mehr Melodien, mehr Eingängikeit und mehr vom Post-Punk und New-Wave, lassen die zehn Stücke noch zackiger und zerfahrener klingen als alles bisher davor gewesene der Rakes.