Operator Please – Yes Yes Vindictive

Weit haben es ‚ Operator Please ‚ gebracht in den letzten Monaten, nach diversen Auftritten unter anderem auch bei den Leeds und Reading Festivals war der internationale Durchbruch auf einmal da. Wie schon bei vielen Bands davor ist es wieder einmal die Insel, als Hitgarant lässt sie Höhenflüge wahr werden, aber ebenso kann es dort auch ganz schnell wieder vorbei sein mit dem großen Erfolg. Das die fünf Australier so etwas mit mehr Gelassenheit sehen können beweisen natürlich auch die vielen Erfolge in Ihrem Heimatland. Betrachtet man nach gut einem halben Jahr später die Albumveröffentlichung hierzulande, darf man es als geschickten Schachzug der Plattenfirma ansehen solange damit gewartet zu haben. Nicht nur weil ‚ Yes Yes Vindictive ‚ ein großartiges Album geworden ist, sondern auch der Weg nach Europa von einer ähnlichen Band bereits geebnet wurde. Die Vergleiche lassen sich erstmal nicht von der Hand weißen, beide Gruppen Leben derzeit auf der Überholspur, durchlaufen in etwa das selbe Alter und stehen für sämtliche Verrücktheiten in Songs, die eben in diesen jungen Jahren noch gepflegt werden können. Die Rede ist von den Kollegen ‚ Be Your Own PET ‚, die bereits im Oktober 2005 durchgestartet sind. Allerdings mit weniger Erfolg dafür mit einer besseren Platte. Das Leben spielt halt nicht immer so wie man es gerne hätte, dafür stehen nun Operator Please im Mittelpunkt der Rampenlichter und kosten diese Tatsache nach Herzenslust aus. Viel negatives gibt es schließlich auch nicht über ‚ Yes Yes Vindictive ‚ zu sagen, die Songstrukturen sind meistens wenig bis gar nicht vorhanden was die Platte spannend macht und mit ‚ Zero Zero ‚ hat die Band einen krachigen Opener am Start der einem kräftig den Wind ins Gesicht schlägt. Wie verschreckte Bienen kreisen die Anfangstakte um die Ohren des Hörers bis catchy Gitarrenläufe dem ganzen ein plötzliches Ende bereiten. Nichts ungewöhnliches wird man sich denken, bis sich die Violine von Taylor Henderson mit einbringt. Die blonde Schönheit ist maßgeblich mit verantwortlich, dass Operator Please in Ihren zwölf Songs so erfrischend anders rüberkommen. Denn nicht alles wäre ohne dieses Element so belebend und verrückt zugleich. Die fünf Australier gestanden selber, das vor der Platte ein insgesamt rauerer Sound geherrscht hat, der nun durch die polierte Professionalität der Aufnahmen im Tonstudio auf der Strecke geblieben ist. Um so wichtiger das Henderson zur Stelle ist wenn die Gitarren hin und wieder auf die monotone Schiene geraten. Aber auch klavierbetonte Stücke lassen sich auf ‚ Yes Yes Vindictive ‚ finden. ‚ Two For My Seconds ‚ ist so ein Song der im Refrain an Fahrt auf nimmt und in den ruhigen Teilen dem Klavier den Vortritt lässt. Komplett von eben diesem eingenommen ist ‚ 6/8 ‚ und gleichzeitig mit das Highlight auf der Platte. Äußerst reif und anspruchsvoll präsentieren sie Ihre Songs, was auch der vielen vorangegangen Arbeit zu verdanken ist, wie Sängerin Amandah Wilkison unlängst in einem Interview bekannt gab: „We´ve getting a bit more sophisticated now, we´ve out of the swamp, we´ve been to the dry cleaners, we´ve learned the value of song structures and songwriting, we´ve ready to release our debut album.“ Dennoch gehen scheinbar manchmal einige Songs Ihren eigenen Weg und verlaufen sich dabei nicht allzu selten. Aber das ist zu verschmerzen bei den vielen großartigen Momenten die uns Operator Please auf Ihren Debüt präsentieren. Nicht zu vergessen ‚ Leave It Alone ‚ das ohne viel Lärm und Krach sehr straight nach Vorne geht und wie in den anderen Songs zuvor das gewaltige Stimmorgan von der jungen Sängerin nur einmal mehr dick unterstreicht. Übrig bleibt auf alle Fälle ein bleibender Eindruck, der nicht zuletzt durch den Ideenreichtum der Band und der musikalischen Untermalung von Taylor Henderson auf der Violine zustande gekommen ist.