SARAH CONNOR Naughty But Nice
Diese 15 Songs von SARAH CONNOR feiern den Kitsch, das Körpergefühl und die Kämpfe einer Pop-Diva – NAUGHTY BUT NICE ist das musikalische Tagebuch einer Frau zwischen Charts und Choreografie.
2005, ein Montag im März. In den Supermärkten türmen sich Schokohasen, auf VIVA läuft der Clip zu „From Zero to Hero“ in Dauerschleife, und Sarah Connor ist zurück – nicht einfach als Sängerin, sondern als öffentliche Figur, als Fernsehgesicht, als junge Mutter. „Naughty but Nice“ heißt ihr neues Album, und schon das Cover verrät: Hier will jemand mehr sein als nur „die mit der Ballade“.
Mit gebleachtem Pixie-Cut, dunklem Top und diesem Blick – halb Kalkül, halb Verletzlichkeit – lehnt sie da, als wäre sie längst Pop-Archetyp. Und die Musik? Die macht klar: Sarah kennt ihre Zielgruppe. Songs wie „Living to Love You“ sind so geschmeidig und eingängig, dass sie sich wie ein warmes Schaumbad anfühlen. Aber dazwischen blitzt auch etwas anderes auf: ein Funke Selbstermächtigung, ein leichtes Augenzwinkern, ein Spiel mit dem Image.
„I just started being bad“ singt sie – und selbst wenn man weiß, dass es wohl eher um ein bisschen Schlafzimmer-R’n’B als um echte Rebellion geht, funktioniert die Pose. „From Zero to Hero“, von vielen belächelt, ist dabei fast programmatisch: eine Hymne auf den Aufstieg, die Selbsterschaffung, den Glam der kleinen Schritte. Die Songs – mal Herzschmerz, mal Disco, mal Pseudo-Soul – sind gemacht für Teenagerzimmer, für nächtliche Telefonate, für Clubabende in Kleinstadt-Clubs.
„You Are My Desire“ oder „Keep Imagining“ setzen auf Beats, die nicht neu sind, aber funktionieren – und manchmal reicht das eben. Der eigentliche Coup ist: Sarah macht das alles mit Überzeugung. Ob man das musikalisch für hochwertig hält, ist fast zweitrangig – hier geht’s um Gefühl, nicht Innovation. Kurz nach Release lässt sich erahnen, dass „Naughty but Nice“ ein Erfolg wird. Nicht trotz, sondern wegen seiner Naivität. Wegen seiner Wärme. Wegen seines Glamours in Zeiten, in denen deutsche Popmusik oft lieber cool als charmant sein will.
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