Alina Baraz – It Was Divine

Die verführerische Künstlerin Alina Baraz aus Los Angeles, die 2015 aus der Peripherie von R&B hervorging, begann während dieser Zeit, die Grundlagen ihrer Karriere zu schaffen und arbeitete mit dem dänischen Elektronikproduzenten Galimatias an dem gemeinsamen Projekt „Urban Flora“ zusammen. Die Sängerin veröffentlichte 2018 „The Color Of You“, das ihre zierlichen Gesänge und introspektiven Texte weiter verfeinerte. Mit bisher über einer Milliarde Streams scheint Alina Baraz nun bereit für ihre Nahaufnahme in Form von „It Was Divine“ zu sein. Baraz legt die Messlatte sofort hoch und beugt sich an einen Ort der Vertrautheit, an dem sie ihre Wertschätzung für die Liebe im Opener des Albums „My Whole Life“ offenlegt. Die verträumte, entspannte Platte wird von einer Leidenschaft angetrieben, die schwer zu ignorieren ist. Donnernde Trommelschläge weisen den Weg, während der Hörer in einen Trancezustand versetzt wird, der sich im Verlauf des Fortschreitens von „It Was Divine“ noch verstärken wird.

“I’m not asking for too much,” singt Baraz auf „To Me“, “I’m asking the wrong motherfucker”. Neun Tracks später, zeigt damit „To Me“ immer noch einen erfrischenden Eindruck von ihrer Fähigkeit, den Stil und den Ton jedes Songs zu ändern und auf Zehenspitzen durch verschiedene Genres zu gehen. Natürlich wäre dieses Album ohne den Auftritt des gefragten und langjährigen Mitarbeiters Khalid, der in „Off The Grid“ zu hören ist, nicht vollständig. Beide Künstler spielen in der Harmonie der Stimmen des anderen und heben ihre musikalische Chemie perfekt hervor. Die Verbindung von Baraz’ mit Honig überzogener Stimme und Khalid’s vielseitigem Bariton bringt erfüllende Energie in diesen Song. Ein Duettprojekt der beiden wäre zwar nicht sehr unwahrscheinlich, aber ein großer Genuss.

Am Ende des Tages haben wir nur uns selbst. Baraz begreift die Tatsache, dass sie sich bei „Who Got Me“ an die erste Stelle setzen muss. Unter Berücksichtigung der notwendigen Selbstreflexion passen die schlaffen klimpernden Gitarren gut zur aufschlussreichen Natur des Songs. Mit dem Beatwechsel nach zwei Minuten dreht sie den dissonanten Teil um, mit viel Vertrauen, dass sie jemanden finden wird, der sie festhält. Wenn sich Baraz weiter in den Pop-Mainstream hinein bewegt, besteht kein Zweifel daran, dass die Amerikanerin kurz vor dem Durchbruch steht. „It Was Divine“ ist nicht makellos, aber nahezu perfekt. Wir hören einen beständigen Fluss gut produzierter Tracks, eine Reise in die Flitterwochen, zu Liebesstreitigkeiten und eine Prise akustischer Balladen.