King Princess – Cheap Queen

Die Sängerin und Songwriterin King Princess (Mikaela Straus) aus Brooklyn erklärte, dass „Cheap Queen“, der Titel ihres Debütalbums, ein Begriff ist, den sie aus der Welt der Drag Queens entnahm. Es bezieht sich auf eine Königin, die einfallsreich ist und aus wenig etwas macht. Das ist das Prinzip, das ihren entspannten Titeltrack untermauert, in dem sie mit leichter Stimme singt: “doing the same shit I’ve always liked”. Obwohl die 20-jährige als aufsteigender Stern mit Drag-Make-up auf dem Cover zu sehen ist, ist sie im gesamten Album eher zurückhaltend: Es ist das klangliche Äquivalent, ein volles Gesicht aufzusetzen, nur um zu Hause zu sitzen und an die Decke zu starren. Straus machte sich einen Namen mit flagranten Pophymnen wie „Pussy is God“ und „1950“ – die sie 2018 berühmt machten.

Nun tauscht sie diese unterlaufenden Pophymnen gegen unaufdringliche Balladen aus und singt in lockerer Pose von Schwärmerei, Einsamkeit und der verbotenen Liebe. „Cheap Queen“ zeigt eine Künstlerin, die ihre Ästhetik voll im Griff hat und sie in verschiedene Richtungen biegen kann, ohne ihr eigenes Selbst zu verlieren. Für den Titelsong watet sie an der elektronischen Grenze ihrer Musik vorbei und springt in einen üppigen Synthie-Pop. Das leise soulige „Ain’t Together“ lehnt sich derweil an die organischere Seite ihres Sounds an. “We say ‘I love you,’ but we ain’t together,” singt Straus. „Hit The Back “beginnt als jazzige Nachtclub-Ballade, erblüht aber bald in einer Disco Träumerei, während „Prophet“ eine rauchige Trip-Hop-Verzückung ist.

„Homegirl“ ist eine schmelzige, mit Vibraphon verzierte Ballade, zeichnet die Dreiecksbildung der Blicke zwischen Straus und einem Jungen nach, die dieselbe Frau auf einer Party beobachten – eine Art Zusammenkunft, bei der aus nächster Nähe große emotionale Distanz sichtbar wird. Die Kluft zwischen Straus und ihrem Liebesinteresse vergrößert sich, da sie vergessene Besitztümer für unwahrscheinlich hält („Isabels Moment“) und nervös auf eine Nachricht wartet, dessen Eintreffen unwahrscheinlich ist („Watching My Phone“). Der Clou des letzteren Songs ist ein Zugeständnis der Unzulänglichkeit: “I can’t be the million girls you’re going to meet.” King Princess ist selbstbewusst und verletzlich, cool und ernst. Wie ihr ausgewählter Künstlername andeutet, ist sie männlich und weiblich, prahlerisch und weich zugleich. „Cheap Queen“ ist letztlich ein sicheres Debüt, das auf eine sehr glänzende Zukunft hindeutet.