ROYAL BANGS – Let It Beep

Im ersten Moment könnte man der Täuschung erliegen, die Royal Bangs gehörten zu der Sorte besonders fleißig und verwöhnen uns innerhalb weniger Monate mit zwei Langspielern für die warmen und nun die kalten Tage im Jahr. Prinzipiell kann man diese Umstände natürlich vertreten, schließlich durften die Europäer geduldig über zwei Jahre auf den Release von ‚ We Breed Champions ‚ warten, aber auf der anderen Seite gehören die Royal Bangs einem kleinen und äußerst feinen Label an, dessen Kapazitäten erst einmal gefüllt werden mussten. Ein Label das mit dem Quintett aus Knoxville die ersten überregionalen Künstler in den heiligen Hallen Einlass gewährte. Ein Label das von dem Schlagzeuger Patrick Carney der Black Keys 2004 gegründet wurde und die Band bei einem der gemeinsamen Auftritte kennen lernte. So müssen wohl die berüchtigten Erfolgsgeschichten entstehen, von denen mit Sicherheit schon jeder einmal zu hören bekam. Betrachtet man die Unterschiede zwischen den beiden Werken der Royal Bangs, fällt einem auf ‚ Let It Beep ‚ die erschwerte Suche nach Ihren Einflüssen auf. Sie begegnen dem Hörer nun nicht mehr so offensichtlich und beschränken sich mehr auf die Position des Betrachters. Kauern als kleingehackte Stücke an geeigneten Wegesgabelungen, treten mit verzerrten Pedalen stürmisch durch die Landschaften und wurden anschließend durch eine scheinbar zufällige Reihenfolge wieder zusammengesetzt. ‚ War Bells ‚ ist hier das passende Beispiel dafür. Vibrierende und verzerrte Basslinien durchbrechen piepsende Instrumental-Spielereien. Des weiteren lassen sich auf ‚ Let It Beep ‚ tanzbare Grooves und erhabene wie verrückte Melodien aufstöbern mit Verwischungen in dumpfen Low-Tempo-Synthesizern. Die Royal Bangs machen die lang ersehnten Träume zur Wirklichkeit. Intelligent gewebte Musik, die eine unwahrscheinlich hohe Palette an Stilen umfasst. Die galoppierenden Beats und Klaxon-ähnliche Gitarren auf ‚ Poison Control ‚ mit einem chaotischen Schlagzeug in ‚ My Car Is Haunted ‚ dienen nur dazu, die angesprochenen Punkte aufs Beste zu unterstreichen. Das genial harmonierende ‚ Tiny Prince Of Keytar ‚ lässt Sänger Ryan Schaefer versuchen, seine magischen Hände in die Infusion emotionaler Pfade seiner Kunst zu schnitzen. Der entstehende Erfolg ist bereits mit den ersten Takten ein gesichertes und gelungenes Vorhaben. ‚ 1933 ‚ ist eine Zahl, die chaotische Parallelen und Ansätze von Johnny Foreigner und der Los Campinos zieht. Doch statt einer Fülle an Instrumenten steht hier eine kleine Wand von bizarren und einzigartigen Fingerabdrücken gegenüber. ‚ Let It Beep ‚ liefert einfach ein Album voller Ideen und Spaß. ‚ Gorilla King ‚ basiert offensichtlich auf der Grundlage von Donkey Kong und bleibt der einzig kleine Fleck auf einer ansonsten makellosen Platte. Einer Platte die Ihren Wandel perfekt umsetzen konnte und eine logische wie konsequente Weiterführung anstrebt, die auf ganzer Linie einen Sinn ergibt.