PINK FLOYD Obscured by Clouds
PINK FLOYD zeigen auf OBSCURED BY CLOUDS eine konzentrierte Ruhe, die aus schnellen Sessions wächst. Das Album öffnet eine schwebende Klarheit, getragen von elektronischen Flächen.
Pink Floyd öffnen mit „Obscured by Clouds“ eine nüchterne, konzentrierte Arbeitsphase, die sich hörbar vom ausufernden Material früherer Jahre unterscheidet. Die bandtypische Weite wird hier von einer direkten, fast skizzenhaften Energie überlagert. Die Platte wirkt wie ein Zwischenraum, in dem Klangexperimente auf klare Strukturen treffen. Gerade diese knappe Form zieht die Aufmerksamkeit stärker auf Details der Produktion, die sich im schnellen Studiokontext erstaunlich präzise fügen.
Der Blick auf das unscharfe Cover – ein fast abstrakter Griff ins Blattwerk, im Film eingefangen und von Hipgnosis als flirrende Bildfläche eingesetzt – passt zu diesem Arbeitsmodus, denn die Musik bewegt sich häufig zwischen angedeuteten Konturen und entschlossenen Setzungen. Die Sessions im Château d’Hérouville liefen unter Zeitdruck, oft mit fast livehaftiger Direktheit. Die Band orientierte sich nur lose am Rohschnitt von Barbet Schroeders La Vallée, notierte Zeiten, reagierte mit dem EMS-VCS3 auf Spannungsfelder des Films und suchte sonst nach einfachen, tragfähigen Formen.
Der eröffnende Doppelschritt „Obscured by Clouds“ und „When You’re In“ zeigt das deutlich: schwere Flächen, ein rhythmischer Kern, Gitarren, die nicht ausschweifen, sondern greifen. Die elektronische Struktur bleibt präsent, ohne den Charakter eines Studioskripts einzunehmen. Mit „Burning Bridges“ rückt eine organische Verbindung aus Orgel, Gitarrenmotiv und zweistimmigem Gesang in den Mittelpunkt. Der Satz wirkt kontrolliert, eher als kompositorische Ruhezone denn als Ballade.
„The Gold It’s in the…“ setzt darauf ein direktes Gitarrenstück, das von der kompakten Produktionsweise profitiert, während „Wot’s… Uh the Deal?“ eine akustische Wärme entfaltet, die in diesem Umfeld beinahe untypisch wirkt. „Mudmen“ öffnet anschließend weite instrumentale Räume: Gilmour und Wright formen eine langsame Steigerung, in der Orgel und Gitarre sich gegenseitig ausbreiten, ohne Überdruck zu erzeugen. Auf Seite zwei schiebt sich „Childhood’s End“ aus einem bassbetonten Puls heraus nach vorn, getragen von Gilmour’s Stimme, die sich deutlich von der dicht gewebten Instrumentalstruktur abhebt.
„Free Four“ zeigt eine trockene Rhythmik, klare Gitarrenfigur, eine Produktion, die wie für das Radio kalkuliert wirkt. „Stay“ wiederum reduziert die Form auf Piano, Stimme, sparsame Gitarrenfarben, bevor „Absolutely Curtains“ das Album in weit ausholenden Klangschichten beschließt. Die Mapuga-Gesänge, eingebettet in diese Fläche, bilden weniger einen exotischen Effekt als eine offene, fast dokumentarische Setzung, die den Soundtrack-Charakter unüberhörbar macht.
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