Peace – In Love

Im September 2013 veröffentlichte die Band aus Birmingham ihre Debüt EP ‘ Delicious ‘ über deadly people recordings (o.children) und stürzten sich direkt im eröffnenden stück ‘ Ocean’ s Eye ‘ in eine äußerst ausgelassene zwei-Minuten-Blues-Rock-Prahlerei. Der Opener ‚ Higher Than The Sun ‚ zum jetzigen Debüt Album ‚ In Love ‚ gestaltet sich dabei wesentlich gereifter und erinnert irgendwie ein bisschen an ‚ Tomorrow Never Knows ‚ von den Beatles. Wirbelnde Gitarren und eine romantische Nostalgie begleiten träumerische Gefühle zwischen singenden Chören und wogenden Hakenschlägen. Zugleich setzt ‚ Higher Than The Sun ‚ einen hohen Standard und zeigt uns eine allgemeine Zusammenfassung über die restlichen Songs. ‚ California Daze ‚ und ‚ Bloodshake ‚ bilden dabei am Ende von ‚ In Love ‚ einen Rückblick zur EP und besonders letztgenanntes wollte uns damals noch mit seinen deutlichen Parallelen zu den Foals in die Irre führen. Zwar bleiben die Anleihen bestehen, wie beispielsweise ‚ Wraith ‚ deutlich erkennen lässt, aber eine Tendenz ist hier weit und breit nicht aufzuspüren. ‚ Follow Baby ‚ ist dann ein entzerrter Kontrast zu ‚ Higher Than The Sun ‚ und man selbst steht plötzlich knöcheltief in den 90er Jahren und sieht auf der Bühne Nirvana stehen. Zumindest in den ersten 60 Sekunden. Dann führen uns Peace sanft in die Gegenwart zurück und vermischen daraufhin die beiden unterschiedlichen Welten zu einem magischen Moment, der uns unverblümt und mit selbstbewusster Überzeugung zuruft: „We’re gonna live forever, baby”. Letztlich könnte man viele Bands aufzählen, die Ihren Platz im Songwriting der Band gefunden haben. Aber diese mühseligen Vergleiche wollen wir uns jetzt sparen und konzentrieren uns auf das wundervoll vorgetragene ‚ Float Forever ‚, welches als sanfte Nummer beginnt und plötzlich durch einen weitläufigen Knall die Leichtigkeit mit wässrigen und vibrierenden Gitarren durch die Gehörgänge spült. „If you’re not happy wearing denim, you’re a devil in disguise“, singt Harrison und, „If there’s dew drops in the darkness they’re hiding from your eyes“. Insgesamt durchläuft ‚ In Love ‚ auf seiner Reise durch die vierzehn Songs viele unterschiedliche Formen, es reflektiert die Vergangenheit, blickt meist mit fröstelnden Vergleichen in die Zukunft, „You could be my ice age, sugar/You lay me down and make me shiver“ und wickelt sich dabei langsam mit unterschwelliger Eingängigkeit und subtilen Modulationen um den eigenen Körper. Da stören auch so manch schwächere Nummern wie ‚ Waste Of Paint ‚ oder ‚ Toxic ‚ nur geringfügig. ‚ In Love ‚ darf als große Spielwiese gesehen werden, Peace experimentieren und probieren sich aus, der Hörer hat dabei seine ungetrübte Freude und abschließend darf man wohl mit einem Lächeln im Gesicht in eine positive Zukunft sehen…