Oceana – My House

Wir müssen uns nichts vormachen, zu dem zweiten Album ‚ My House ‚ von Oceana führte einzig der Weg über die FIFA Europameisterschaft 2012. Dort zu hören war Ihre Single ‚ Endless Summer ‚ und ich muss ehrlich gestehen, von den letzten Jahren (man denke an das peinliche Lied von Shakira zur Weltmeisterschaft 2010) ist die Nummer von Oceana mit Abstand der überzeugendste Beitrag. Doch nochmals zurück, denn eigentlich spielt bei ‚ My House ‚ der Gedanke lieber mit dem Geld und so war nach dem ersten Durchlauf besonders eine Tatsache übelriechend aufgefallen: die wundervolle und etwas verschrammelte, leicht unterproduzierte Reggae-Version mit Namen ‚ Sunshine Everyday ‚ hatte wesentlich mehr Charme zu bieten, aber das ist wiederum verständlich – für eine Stadium-Hymne fehlte hier die benötigte Durschlagskraft. Deshalb musste eine neue Version her und das alles zusammen ist noch lange nicht verwerflich, jedoch die Tatsache, dass man die nun aufgemotzte Nummer in ‚ Endless Summer ‚ umbenannt hat und das Ganze in die zentrale Mitte der Platte platzieren musste. Zum Einen sollte es natürlich die Verkaufszahlen ankurbeln, zum Anderen ist der Track jedoch schlicht und ergreifend eine Deplatzierung wie man Sie besser nicht hinbekommen hätte. Eine Verschandelung einer ansonsten unterhaltsamen Platte, in der nicht selten stilistische Rahmen mit Leichtigkeit gesprengt werden. Geboren wurde Oceana Mahlmann bei Hamburg, Ihre Mutter eine deutsche Modedesignerin und Ihr Vater ein DJ und Musiker mit karibischen Wurzeln, der in Boston lebte. Das zum Hintergrund, denn leider ist besonders der Mittelteil in ‚ My House ‚ erschreckend belanglos ausgefallen. Erst mit ‚ Better Days ‚ ist die langersehnte Steigerung in Sicht und bei der letzten Nummer ‚ A Rockin‘ Good Way ‚ gesellt sich dann plötzlich ein Freund der Familie hinzu: Maceo Parker, der schon für James Brown, George Clinton und Bootsy Collins das Altsaxophon bediente. Und aufgepasst: ganz am Ende der Platte, praktisch als Hidden Track, gibt es noch eine weitere Reggae-Version zu ‚ Endless Summer ‚ auf die Ohren. Wahrlich gut gelungen dieses Album einer Künstlerin, die nun estmal damit leben muss, auf eine Europameisterschaft reduziert zu werden. Doch näheres hinhören wird ohne Zweifel belohnt werden.