The Floorettes – Pocket Full Of Soul

Ihr Name The Floorettes klingt nach dem Vereinigten Königreich – doch die elfköpfige Soul-Band kommt eigentlich aus Berlin. Und das gleich mit drei stimmgewaltigen Frontfrauen. Mit dem passenden Titel ‚ Pocket Full Of Soul ‚ präsentieren die Damen und Herren nun ihr Debütalbum mit zwölf wärmenden Tracks, die ohne jeden Zweifel sehr lebensfroh und unkompliziert durch die Boxen strömen. Das Eröffnungsstück ‚ Girls Night Out ‚ stürmt zackig durch mehrstimmige Gesänge, vorbei an einem aufmüpfigen Klavier, hin zu gewaltigen Streicher- und Bläserarrangements. Textlich sei über die kommenden 37 Minuten angemerkt, es dient vordergründig der Unterhaltung und dementsprechend muss man hier als Hörer nicht zu viel erwarten.

‚ Witchcraft ‚ sticht dagegen voll in die Wohlfühl-Swing Sixties, ganz nach Motown Vorbild. „Just make sure to keep your heart from getting cold!“, ist die zentrale Aussage der Floorettes – wenn auch nicht immer alles zu herrlich aufgehen möchte, wie die ersten beiden Stücke. Nach einer kurzen Pause folgt mit ‚ The Bus Song ‚ wieder eine wunderschöne, leichtfüßige Nummer zwischen klassischen und hochmelodiösen Elementen. In ‚ Keep Calm And Carry On ‚ wurden die Arrangements reduziert, die Gesänge stehen im Vordergrund und plötzlich, zumindest ging es mir so, nimmt man diese ausdrucksstarken Organe das erste Mal so richtig bewusst auf. Meine Bewunderung für Julia Riese, Amelie Hinrichsen und Katharina Dommisch.

Die Musik ist am Ende nicht nur etwas für echte Motown/Northern-Fans. Denn auch hier war bisher keiner. Aber mit den Floorettes hat sich einiges geändert, denn ‚ Pocket Full Of Soul ‚ präsentiert über weite Strecken sentimentale Balladen und aufgeweckte Kompositionen, die allesamt eine sehr eigene und persönliche Handschrift tragen. Sie machen Spaß und man kann es sichtlich erfühlen, wie ausgelassen es bei einem Konzert von den Floorettes zugehen  muss. Produziert wurde das Album mit analogem Vintage-Equipment von Dennis Rux (Trashmonkeys, Thee Pounders) und Alexander Dommisch (Floorettes) in den „Yeah! Yeah! Yeah! Studios“ in Hamburg.