In ihrer schillernden Space-Kapsel singt sich MEGHAN TRAINOR mit TIMELESS zurück ins Herz des Pop – zwischen Selbstliebe, Retro-Glam und empowerndem Glitzer-Funk.
Meghan Trainor hat nie behauptet, subtil zu sein. Und das ist gut so. Auf „Timeless“, ihrem sechsten Studioalbum, nimmt sie uns mit auf eine Zeitreise der anderen Art – ein futuristischer Doo-Wop-Shuttleflug durch Funk, Girlgroup-Pop und empowernde Hymnen, eingepackt in glänzende Latexhandschuhe und ein Cover, das selbst Sailor Moon neidisch machen würde. Das Album startet mit „To The Moon“, einer Disco-Metapher für grenzenlose Liebe.
„My love’s gonna take you to the moon“ singt sie – und das visuelle Pendant liefert das Cover gleich mit: In elektrischem Blau steht Meghan im Kreis des Lichts, schwerelos, mit dem Selbstbewusstsein einer galaktischen Diva. Diese überzeichnete Ästhetik zieht sich durch das gesamte Album – und wirkt dabei nie kitschig, sondern entschlossen und liebevoll überdreht.
„Timeless“ ist eine Ode an die eigene Selbstwirksamkeit – mal augenzwinkernd, mal aufrichtig. In „Bestie“ wird das Ich zur engsten Vertrauten: „I’ma look at myself like, ‘Ooh, she cute’“. In „Crushin’“ (feat. Lawrence) zelebriert sie sich mit funky Bläsern, in „I Wanna Thank Me“ (feat. Niecy Nash) gibt’s Applaus vom Spiegelbild. Alles schon gehört? Vielleicht. Aber selten so frech, selbstironisch und auf den Punkt serviert.
Es gibt auch Brüche – etwa in „Whoops“, wo Trainor sich über einen betrügenden Ex lustig macht: „She got ’bout half of my looks with no ass“. Die Zeile ist hart, fast zu viel. Doch Trainor bleibt sich treu – selbst wenn’s wehtut. „Timeless“ oszilliert zwischen überzeichnetem Pop-Selbstbewusstsein und der leisen Sehnsucht nach einem stabilen „Für immer“, das sie im gleichnamigen Titeltrack besingt: „You and I, baby, we’re timeless“.
Musikalisch bleibt sie sich treu: retro-infizierter Pop, Gospel-Chöre, brass-heavy Arrangements, TikTok-taugliche Hooks – alles fein produziert, aber nie prätentiös. „Love On Hold“ (feat. T-Pain) und „Forget How To Love“ gehören zu den stärksten Momenten – sowohl wegen der Produktion als auch, weil sie eine neue, verletzlichere Seite zulassen. „Timeless“ ist kein Gamechanger. Aber das will es auch nicht sein. Es ist ein charmant aufgemotztes Best-of-Meghan, verpackt in ein Konzeptalbum über Selbstwert, Loyalität und große Gefühle – so überzogen und ehrlich wie ein Glitzerfilter auf einem guten Tag.
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