John K. Samson – Provincial

Feierabend-Musik von John K. Samson mit Geschichten von alten Autos und eisigen Landschaften. Passend also zur kalten Winterzeit. Seine Musik ist auf die wesentlichen Instrumente beschränkt, meist instrumental und orchestralisch gebührend untermalt. So belässt es ‚ Grace General ‚ zum Beispiel, ansteigende Melodien nur anzudeuten und erzählt dabei mit einfachen Wörtern von Dingen, die zwar vielleicht in Ihrer Gesamtheit nicht zusammengehören, aber zumindest berühren und den Moment auskosten. Würden Songs dieser Art auf der gesamten Platte zu hören sein, wäre es schlicht und ergreifend sehr fad. Aber John K. Samson hat auf ‚ Provincial ‚ vorgesorgt und lässt im fünften Stück ‚ Letter In Iceland From The Ninette San ‚ den Rhythmen freien Lauf. Es zieht einen in Richtung Sonnenaufgang und hin zu den leichten Aufgaben des Lebens. Auch ‚ Cruise Night ‚ lässt dem Titel Taten folgen, fasziniert und winkt zum Abschied lässig zu den üblichen, ausgelutschten Rock’n’Roll Klischees. Im weiteren Verlauf sind allerdings eben diese Nummern klar im Vorteil. Das Besinnliche auf ‚ Provincial ‚ bezieht die Energie aus den Lyrics, lässt aber in meinen Augen die Musik zu sehr in den Hintergrund treten. Besonders weil eben die verdammt stimmigen Rock-Nummern so in die Beine fahren und selbige so kompromisslos in Anspruch nehmen. Da wirkt das akustische Geklampfe leider mehr als Bremsklotz und treibt wohl niemanden die Tränen aus Mitgefühl in die eigenen Augen. Ansonsten bleibt ‚ Provincial ‚ in der reduzierten Form ein Album, dass ausgekostet und genossen werden muss. Besonders der zweite Song ‚ Heart Of The Continent ‚ dient als der perfekte Querschnitt zwischen den filigranen Gitarrenspiele und den angehauchten Nummern im rockigen Gewand.