City And Colour – The Hurry And The Harm

Eine klar definierte Aussage: “I just wanted to make an honest record.” Es sind die Worte von Dallas Green, auch bekannt als City and Colour. Mit dem eröffnenden Song befinden wir uns dann auch direkt im gleichnamigen Titelstück und erleben darin üppige Gesänge, Folk-behangene Instrumentierungen und Akustik für den bescheidenen Klang. „I don’t want to make it sound like it’s over-produced.” Daran hält sich der Mann aus Ontario, Kanada, die gesamte Platte über grenzt sich damit auch deutlich zu einer früheren Band Alexisonfire ab, die schon mal gerne die Gitarren auf schmerzliche Art und Weise malträtierten. City and Colour begann als eben dieses akustische Nebenprojekt im Jahr 2004 und erlaubte Ihm den Ausgleich zu der schweren und Lärm-beladenen Band. Die erste Single aus seinem neuen Album zog Vergleiche mit den Black Keys, als eingängige Blues-Rock-Vibrationen die Boxen erschütterten. Doch bleibt ‚ Thirst ‚ die Ausnahme, da Green seine Heimat im vertrauten Folk Territorium sieht und dementsprechend Songs wie ‚ Of Space and Time ‚ und das bereits angesprochene ‚ The Hurry and the Harm ‚ mit ungeheuerlicher Intensität und Ehrlichkeit über die grünen Wiesen schlendern. “I come into the peace of wild things, who do not tax their lives with forethought of grief. I come into the presence of still water,” und irgendwie ist die Musik von City and Colour exakt das: der Frieden in wilden Zeiten. Es umspülen uns ruhige und wohlklingende Töne, die mit beständiger Unruhe klanglich komplexe Reisen kreieren und einen selbst beunruhigen wie auch angenehm berauschen können. ‚ The Hurry and the Harm ‚ entstand übrigens das erste Mal außerhalb der Heimat in Nashville, Tennessee. Über die Aufnahmen in den Blackbird Studios erzählt er selbst: „I’ve never gone anywhere else to make a record, I think it worked out, and it was a wonderful experience.” Eine Erfahrung die sich positiv auf den Hörer überträgt und zugleich kribbelnde Sehnsüchte entsperrt. Letztlich empfindet man diese freigesetzten Vorgänge inmitten der in sich langsam drehenden akustische Songs als Befreiung und Glückseligkeit mit weitreichenden Auswirkungen.