Japanese Breakfast – Jubilee

MICHELLE ZAUNER beschreibt das neue Album JUBILEE als einen Kampf ums Glück, der angesichts der schwierigen Umstände, die die ersten beiden Alben hervorgebracht haben, eine besondere Bedeutung erhält.

Das dritte Studioalbum von Japanese Breakfast beginnt mit „Paprika“, das nur aus Hörnern besteht und in dem klanglichen Äquivalent eines Aufwachens aus dem Schlaf, frisch und hell, gedeiht. „Slide Tackle“ hat ein Saxophon-Solo, das Carly Rae Jepsen’s „Run Away With Me“ um sein Geld bringt. Die erste Hälfte des Albums ist wahnsinnig verspielt, aber auf halbem Weg ist Zauner’s pointierte Lyrik, deren Schwere man in der Funkiness wie „Be Sweet“ leicht übersehen könnte, schwer zu ignorieren. „The world divides into two people“, singt Zauner auf „Posing in Bondage“, „those who have felt pain and those who have yet to.“ Diese härteren Tracks, deren Düsterkeit fast hinterhältig ist, unterstreichen das Album – sie haben einen poppigen, flotten Beat, und man kann immer noch dazu tanzen, wenn man beschwipst ist, aber wenn man betrunken ist, kann man weinen.

Die Buchstütze zu „Paprika“ kommt beim knapp siebenminütigen Schluss, „Posing for Cars“. Für ein Album mit kaum einem Moment der Stille, holt „Posing for Cars“ diesbezüglich alles nach, denn nach mehr als der Hälfte des Tracks wird der langsame Aufbau einem meditativen Outro überlassen, das Zauner Zeit gibt, ein ausdrucksstarkes Solo zu erkunden. Das Jonglieren widersprüchlicher Perspektiven kommt auch in Zauner’s Liebesdarstellungen gut zur Geltung, da sie aufschlussreich die Gefahren erkundet, die sich mit einem romantischen Partner auf vereinbarte Fantasien einlassen. Für diese einzigartige Künstlerin ist Musik die Chance, sich die überschwänglichen Möglichkeiten des Lebens und der Liebe vorzustellen und gleichzeitig ihre aufregenderen Realitäten herauszukitzeln.

Eingehüllt in eine warme und geradezu überschwängliche Aura ist „Jubilee“ weit entfernt vom Sci-Fi-Shoegaze ihres letzten Albums, dafür umso näher am Nebenprojekt Bumper. Es ist letztlich ein jubelndes und äußerst süßes Erlebnis.

7.2