Astrid S – Leave It Beautiful

Nach vielen ungünstigen Singles und verworfenen Tourneen hat sich das Album von ASTRID S lange Zeit in der Entstehung befunden, aber aus den nächtlichen Studio-Sessions und internationalen Songwriting-Reisen ist nun eine elegante Sammlung von Pop-Tracks hervorgegangen.

Nach ihrer ersten Zusammenarbeit mit Julie Bergan im Jahr 2013, ihrer ersten selbst betitelten EP drei Jahre später und einer Reihe an Singles, hat die junge norwegische Singer-Songwriterin Astrid S immer wieder süchtig machende Pop-Tracks produziert, die sowohl strukturell interessant als auch aufregend optimistisch sind. Aus diesem Grund waren die Erwartungen an ihre neueste und möglicherweise wichtigste Veröffentlichung – ihr Debüt Studioalbum „Leave It Beautiful“ – so hoch. Es ist zunächst aufregend, eine Fülle glänzender neuer Titelnamen zu sehen, ein Faktor, der für eine Künstlerin mit einem so umfangreichen Repertoire überraschend ist (nur 3 der 10 Songs der Platte wurden zuvor veröffentlicht). 

Das Album beginnt mit „Marilyn Monroe“, einem selbstbewussten Dance-Y-Track und der zweiten Single aus dem Album, deren Texte sich mit dem Urteilsvermögen und dem Druck, in der Öffentlichkeit zu stehen, auseinander setzen. Die sich wiederholende Struktur passt zur Formel der Charts, aber der einfache Refrain zieht erstmal nicht an, und es gibt anscheinend keinen eingängigen lyrischen Haken, der ihm eine süchtig machende Qualität verleiht. Insgesamt scheint die Platte nicht so gut zu sein, wie man es sich anfänglich gewünscht hätte. Aber mit einem zweiten Hören, dann einem dritten, wird man mit den Songs allmählich warm. 

Die letzte Veröffentlichung „It’s Ok If You Forget Me“ ist mit Abstand der beste Track auf der Platte. Sanfte Gitarren-Strums und ergreifende Texte betonen Astrid’s seidig weichen Gesang und bilden einen beeindruckenden Refrain, der den Ton des Tracks zunächst zu erhöhen scheint, ohne weitere instrumentale Schichten hinzuzufügen. „Can’t Forget“ beginnt mit einer Flut von Harmonien, die zu einem subtilen Beat führen, der sich eindrucksvoll von den rasanten, optimistischen Gesängen und dem Chor im Ambient Stil abhebt. Trotz hoher Erwartungen bleibt Astrid S cool und liefert ein solides Album ab, dass die aktuellen Pop-Trends anerkennt, ohne ihren einzigartigen Sound zu beeinträchtigen.

7.4