Augustines – Augustines

Nach ihrem erfolgreichen Debut ‚ Rise Ye Sunken Ships ‚ aus dem Jahr 2012, veröffentlicht die vormals als We Are Augustines bekannte Band ihr langerwartetes zweites und selbst betiteltes Album nun über Votiv / Caroline International. Co-produziert von Peter Katis (The National, Frightened Rabbit, Interpol, Jonsi) ist ‚ Augustines ‚ ohne Zweifel eine neue Phase im weltlichen Dasein der drei Herrschaften. Schon der erste Titel ‚ Cruel City ‚ aus dem zweiten Werk zeigte deutliche Spuren der Veränderung, auch begründet durch den Umzug von Brooklyn nach Seattle. ‚ Cruel City ‚ trägt hier die Spuren beider Heimatstädte in sich. Die bruchstückhafte Vitalität der pazifischen Nordwest Indie-Rock-Szene trifft auf die ruppige und zugleich raffinierte Spielweise von beispielsweise The National. Wesentlich direkter gestaltet ‚ Nothing To Lose But Your Head ‚ den Umbruch, erfreut sich an den positiven Schwingungen und dem ansteckenden Selbstbewusstsein einer Band, die keinerlei Probleme mit dem ansonsten gefürchteten Zweitlingswerk zu haben scheint.

“The first record was obviously very personal,” erinnert sich Sänger und Gitarrist Billy McCarthy. “It was about cold, hard truth. Cold, hard fact. There was nothing I could do to help any of the characters in the songs last time. This time it’s absolutely about having the ability to help all the characters in the songs. There’s an empowerment to it.“ Die Band selbst bezeichnet ‚ Augustines ‚ als Rundgang einschneidender Erfahrungen – als Selbstfindung: “We travelled the world searching for what really matters in life and looked for new goals,“ erklärt der Multi-Instrumentalist Eric Sanderson. “And like most things in life we found that the most important thing was right in front of our faces. People. Interacting with people, inspiring them and being inspired by them is all that matters in life, so we built this record with other people in mind.“ Wenn wir musikalisch zum Werk zurückkehren, lassen sich auch weiterhin keine Defizite finden. Die Songs wurden sauber produziert, klingen zu jeder Sekunde äußerst druckvoll und so geschieht es, dass man sich spätestens im fünften Stück ‚ Don’t You Look Back ‚ erneut in den Melodien und der markanten Stimme von Billy McCarthy verloren hat.

Es ist am Ende irgendwo logisch und auch nicht negativ zu sehen, dass uns die Augustines in Ihren temperamentvollen Songs bei der Euphorie packen und auf Experimente verzichten. Diese Songs reißen einem mit sanften Verwüstung das Fleisch von den Knochen und neben den bekannten Mustern des erfolgreichen Songwritings, entstehen dann aber auch plötzlich ganz heimlich so traumhafte Melodien wie die in ‚ Walkabout ‚. Ein Song der mit hymnischer Zurückgezogenheit beginnt, bis die Gitarre während der zweiten Minute dem Klavier zur Unterstützung eilt und die bis hierhin dominierende Schüchternheit durch den strahlenden Vorhang der Hoffnung, den eintretenden Chören und dem Schimmer der Erlösung in einem gigantischen Feuerwerk gipfelt. Ungeheuerlich schön. Entstand ihr erstes Album noch in Isolation, wurde ‚ Augustines ‚ aufgenommen “with the awareness that we weren’t going to be alone anymore,” berichtet McCarthy. “This is us handing it over to those people that sang our songs back to us all over the world.” Die Augustines präsentieren uns einen enorm selbstbewussten Einstieg ins neue Jahr und der Konkurrenz für die weiteren Monate einen hohen Maßstab.