Indigo Sparke – Echo

Die spärliche Sparsamkeit der EP Nightbloom aus dem Jahr 2016 bleibt allgegenwärtig, während INDIGO SPARKE die ätherische gemeinsame Produktion auf ECHO durch Ihre australischen Wurzeln und den zeitgenössischen Indie Folk teilt.

Das von Adrianne Lenker und Andrew Sarlo von Big Thief co-produzierte „Echo“ wurde größtenteils im Jahr 2019 geschrieben, bevor die Pandemie uns zwang, die vielen Komplexitäten von Trauer und Angst zu analysieren, von denen wir nicht einmal wussten, dass sie existieren. Eine Tatsache, die bei der Betrachtung des Albums wichtig ist, da seine eigene Komplexität einen großen Schatten auf alle emotionalen Bestattungen wirft, die wir im vergangenen Jahr ausgraben mussten. „Indigo’s writing and voice are ethereal and angelic and guide me through internal canyons and plains. I’m deeply grateful to have been part of this and to have gotten to play and sing alongside Indigo, and to have been able to eternalize a very special space and time with her, which I will always cherish“, so die Worte von Lenker und erzählt weiter: „When writing and recording the record, I wondered how it would all come together. I felt like I was standing back in the desert, looking up at the blue night sky, wondering how all the stars would connect. I think sometimes it’s the dark matter or void space between them, that holds it all together“.

Die in Sydney ansässige Singer-Songwriter Indigo Sparke zieht es vor, ihre Musik sanft auszuleuchten und die Saiten mit den Fingerspitzen zu streicheln, um das leiseste Flüstern des Klangs zu erzeugen. Ihre Stimme ist oft atemlos und erinnert an verträumte Volkskünstler wie Hope Sandoval oder Julie Byrne. Eine trostlose, fast isolierende Atmosphäre umgibt das Album, eine Richtung, die nicht unbedingt seinen Ehrgeiz definiert, sondern ein allgegenwärtiges Element darstellt. Es ist eine eiszeitliche Neigung, die manchmal überwältigen kann. Tracks wie „Everything Everything“ haben jedoch ein vielfältigeres Spektrum, einen Sound, der eine Allianz aus wettergegerbten Canyons unter dem Sternenhimmel und traurigen Beziehungsgarnen beibehält. „Bad Dreams“ greift ein rollendes Quasi-Flamenco-Muster auf, das an Leonard Cohen’s erstes Werk oder an Angel Olsen’s Cohen-Tribut „White Fire“ von 2014 erinnert. 

Umgekehrt lassen Sparke’s Texte Liebe und menschliches Verlangen gefährlich und selbstverschlingend klingen: “You broke all of my ribs in a dream the other night/You said you were not hurting me, just trying to hold me tight”. singt sie in “Bad Dreams”. Alles dient ihrer Stimme, die Sinnlichkeit und Bedrohung, Wahrsagung und Vorahnung miteinander verbindet. „Echo“ mag ein Album sein, das von Erinnerungen mit einer höheren Schmerzschwelle durchdrungen ist als die meisten anderen, aber es bleibt immer noch eine Ode an die Liebe, an die Hoffnung und an alles, was uns menschlich macht.

7.7