I Am Kloot – Sky At Night

Die Einstiege in den englischen Albumcharts werden von Album zu Album erfolgsversprechender. Und auf der Insel darf man diese Bewegung durchaus als positives Merkmal anerkennen. Wenngleich diese Kurve hierzulande wohl nur mit einigen Klingelton-Stücken möglich wäre. Doch zum Glück haben I Am Kloot damit überhaupt nichts zu tun, denn diese drei Herrschaften spielen einen sehr manierlichen Indie Rock aus Manchester – und das schon seit über zehn Jahren. John Bramwell, Peter Jobson und Andy Hargreaves veröffentlichen nun Ihr siebtes Studioalbum auf dem Label Shepherd Moon und produzierten dieses mit Hilfe von Guy Garvey und Craig Potter. Erwähnenswert ist auch die Tatsache das I Am Kloot nicht, wie im Grunde vermutet, die Fangemeinde in Ihren heimischen Pubs finden würde, sondern mit einer zahlmäßigen Überlegenheit in Deutschland. Wonach sich natürlich die englische Presse mit der Frage beschäftigen musste: Kann das neue Werk ‚ Sky At Night ‚ diese Umstände wieder zurecht rücken? Man wird es wohl erst in den kommenden Monaten erfahren, doch einen Stillstand in dieser Beziehung wäre für das deutsche Publikum mit Sicherheit sehr erstrebenswert. Das Album selbst glänzt wieder mit den bekannten Melodien, eleganten Rhythmen zu bittersüßen Texten. „See the sand, the moon, the stars that shine a light and say/ Well, they’ll do alright for me,” beginnt der Opener ‚ Nothern Skies ‚ und flirtet zugleich ein wenig mit dem Gefühl, selbst Teil einer Seifenoper zu sein. Nach den jahrelangen Kämpfen, die Rotationen durch sieben Manager und fünf Plattenfirmen sind in der Anfangsphase definitiv nicht anzumerken. Ganz im Gegenteil, besticht ‚ Sky At Night ‚ besonders durch Frische und Zeitlosigkeit. Die Platte versteht mit viel Gefühl und Menschlichkeit dunkle Themen mit Humor und einem Augenzwinkern zu lockern. „Do you fancy a drink? I know a place called the brink,“ ist dabei nur eine der netten Zeilen. Auch kann man in diesen zehn Songs selbst nach Wochen neue Dinge entdecken. ‚ Sky At Night ‚ hat eine Geschichte zu erzählen, besitzt einen Anfang, eine Mitte und ein Ende. Ja das Album gehört zu den diesjährigen Highlights und wird auf langfristige Sicht bestimmt so manchen neuen Fan für sich gewinnen. Dessen darf man sich schon jetzt sicher sein.