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Illustration von Strommasten unter einem sternenklaren Nachthimmel mit dem Schriftzug Aimee Mann Lost in Space.
ALBUM

Lost in Space AIMEE MANN

2002

Bei all den Schatten, die sich über LOST IN SPACE ausbreiten, hinterlässt diese Musik die Erkenntnis, dass AIMEE MANN unter zeitgenössischen Songwritern nach wie vor spektakulär unterschätzt wird.

Nach Aimee Mann’s Magnolia-Renaissance bleiben die musikalischen Erzählungen der Sängerin fest in einem filmischen Boden aus Helden und Heroin verankert. Auf „Humpty Dumpty“, dem Eröffnungstrack von Mann’s viertem Studioalbum „Lost in Space“, beklagt die Sängerin: „All the perfect drugs and superheroes wouldn’t be enough to bring me up to zero.“ Ja, sie ist dieselbe alte Aimee, pessimistisch und doch charmant, die sich selbstironisch durch die Reihe von 10 Folk-Rock-Juwelen kämpft. „Lost in Space“ ist das erste Album, das Mann ausschließlich unter ihrer eigenen Anleitung und für ihr eigenes Label gemacht hat. Und wie bei all ihrer Arbeit ist die Handwerkskunst tadellos – drei- oder vierminütige Popsongs mit geschwungenen, beschwingten Melodien und Arrangements, bei denen jedes Detail stimmt, von den prägnanten, aber knirschenden Gitarrensoli bis hin zu den subtilen Keyboards und Verzierungen. 

Und dann ist da noch das Herzstück: der satte Ton ihres subtil ausdrucksstarken Gesangs, eine Stimme, die so gleichmäßig und melodisch ist, dass das kleinste Knacken Bände spricht. Ihre Hooklines werden mit jedem Album subtiler, und obwohl es ein paar Mal dauern kann, bis sich einige ihrer besseren Melodien hier durchsetzen, sind ihre Balladen nur noch eindrucksvoller geworden. Bei all seinen Vorzügen liegt der Fehler von „Lost in Space“ jedoch in seiner gutmütigen Natur. Während Mann eine Reihe gut zusammengestellter, sanfter Popmusik geschaffen hat, hat sie noch nie zuvor ein Album erstellt, das der Hintergrundmusik so sehr ähnelt. Selbst bei wiederholtem Anhören stellen viele langjährige Mann-Fans fest, dass die meisten Songs sich nicht so hervorheben wie das Material auf ihren älteren Alben. 

Das bedeutet natürlich nicht, dass „Lost in Space“ ein Misserfolg ist – das ist überhaupt nicht der Fall. Während „I’m With Stupid“ aus dem Jahr 1996 Mann’s düstere Texte und ihren scharfkantigen Witz in einige der lebhaftesten Melodien jenseits des Vintage-Squeeze verpackte, bietet „Lost In Space“ Musik, die genauso düster ist wie ihre Texte. Klanglich ist das Album insgesamt ein Wunderwerk geschmackvollen Bombasts, das einen Hauch von trauriger Slide-Gitarre und gelegentliche Streicher hinzufügt, den Fokus aber stets auf Mann’s Stimme und stimmungsvolle Texte legt.

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