Gary Go – Gary Go

Eine bessere Werbung hätte es für Gary Go wohl kaum geben können, als den Titeltrack ‚ Wonderful ‚ zum aktuellen Film „Männerherzen“ mit Nadja Uhl, Til Schweiger und Christian Ulmen zu stellen. Hierzulande wurde die Single im Oktober veröffentlicht und führt das fort, was Anfang des Jahres in England bereits flächendeckend vermutet wurde: Gary Baker wird nicht lange der nationale Überflieger im Vereinigten Königreich bleiben, sondern zielstrebig auch den Rest der Welt für sich erobern. Gesagt getan, könnte man nun altklug meinen. Doch dahinter stecken natürlich eine Menge an Details, Geschichten und Geschehnisse, sowie ein feines Gespür für die großen Melodien, für bewegende Melodien und Melodien mit emotionsgeladenen Texten. Und dazu zählen selbstverständlich auch wiederkehrende Abläufe innerhalb der Platte, eine polierte Produktion im Hochglanzformat und ein unmissverständlicher Hinweis auf der CD, was man doch Bitteschön nicht mit den elf Tracks anstellen sollte. Zum Glück färben diese längst überholten Warnhinweise nicht unnötig auf die Songs seines Debüts ab. Zentraler Punkt bei Gary Go ist seine Heimatstadt London, in der er gerade mal einen Steinwurf vom Wembley Stadion entfernt aufwuchs und schon früh den Live-Sound großer Bands zu spüren bekam. Seien es die Rolling Stones oder U2, spätestens dort war die Entscheidung gefallen was er später einmal werden möchte. Das es nun tatsächlich so erfolgreich geklappt hat, dürfte selbst für Ihn eine Überraschung sein. Doch muss man Ihn nicht großartig danach fragen, denn es reicht vollkommen aus sich diese elf Stücke einmal näher anzuhören. Schnell versinken die Gedanken in den zweifelsohne eingängigen und unwiderstehlichen Melodien, die mit unglaublich viel Emotionen in romantischer Stimmung und dem individuellen Charakter von Gary Go ausgeschmückt wurden. Melodischer Pop-Rock in Perfektion, der wohl mit einem kleinen Hintergedanken auch explizit für die Radiosender konzipiert wurde. Die Songs verhalten sich im Aufbau dementsprechend meist identisch, verändern an Ihrem Erfolgsrezept nur minimale Eigenschaften und verlieren sich erst ab der Hälfte in ‚ Brooklyn ‚ zu einer bewegenden Klaviernummer mit Orchestrierung. Der zweite Teil beginnt dagegen recht stürmisch, von Gitarren getriebenen bahnt sich ‚ Refuse To Lose ‚ durch breitgefächerte Arrangements und soll um ein weiteres Mal das vermeintlich vielfältige Angebot auf dem gleichnamigen Debüt unterstreichen. Zwar erscheint diese Kohärenz auf den ersten Blick recht beeindruckend, aber möglicherweise wird es nicht vollständig ausreichen, um sich einen festen Platz in unseren Herzen zu erspielen. Da reicht es auch nicht aus, wie der erste Post-Chris Martin auf Solopfaden zu klingen. Positiv fallen dagegen die durchwegs klugen Songwritings auf und das handwerkliche Geschick im einwandfreien und modernen Downbeat-Pop. Gary Go, der seinen Namen durch eine spontane Eingebung von Harry Fox erhalten hat, ist trotz aller Zweifel und manchen Vorurteilen fest in der Welt des Pops angekommen und so werden die vergangenen Tage entgültig der Geschichte angehören, in denen er nur als Support-Act für Take That durch die Städte touren durfte.