Two Hours Traffic – Foolish Blood

Ein stampfendes Schlagzeug, zarte Klänge aus der Gitarre und leicht hallende Gesänge lassen aus den ersten Minuten eine zauberhafte Atmosphäre entstehen, die herrlich das weitläufige Land Ihrer Heimat Kanada simulieren und mit Ihren honigsüßen Power-Pop Melodien die Bedeutung der wahren Liebe suchen. ‚ Amour Als Amis ‚ ist das dritte Stück und eine eher introspektive Anstrengung, aber ohne Frage weiterhin unbestritten tanzbar und schimmernd durch die anschwellenden Refrains wabbert. Two Hours Traffic mögen wohl auf der anderen Seite für so einige Menschen zu süsslich und nett sein. Harmlose Klänge denen man niemals Schaden zufügen würde. Das eröffnende Stück ‚ Magic ‚ lässt zu diesem Zeitpunkt allerdings noch keine befremdlichen Gedanken erblühen – zu perfekt ist dieser rasselnde Einstieg, zu gelungen die auffahrenden Orchestrierungen und zu passend für die kleine Tanzparty in der eigenen 2 1/2-Zimmer-Wohnung. Eigentlich beginnt man erst mit dem vierten Stück ‚ Last Star ‚, solche eben genannten Gedanken näher zu betrachten.

Denn Two Hours Traffic plätschern unschuldig durch kaum greifbare Rhythmen und schaffen es dann doch irgendwie, diesen geradlinigen Kurz aus den Augen zu verlieren und mit ‚ Meaning Of Love ‚ plötzlich versuchen, eine sommerliche Romanze anzuzetteln. Leider geht dieses löbliche Vorhaben gänzlich in die Hose und Ihre neue Platte ‚ Foolish Blood ‚ beginnt ein wenig anstrengend zu werden. Zum Glück werden die Kanadier im direkten Anschluss mit frohlockenden Surf-Pop angehauchte Rhythmen im Stück ‚ I Don’t Want 2 want U ‚ aus der um sich greifenden Ideenlosigkeit gerissen und auch das George Harrison-inspirierte ‚ Faster 4 U ‚ glänzt weit über seine makellosen Strukturen hinaus, versprüht dabei den Charme wahrer Liebe zu herrlichen Percussions und bietet angenehme Vertrautheit zwischen gefühlvollen Arrangements – als weiteres Charakteristikum der neuen Seite des Quartetts aus Charlottetown, Prince Edward Island. „We consciously tried to write about love from a few different angles,“ erklärte kürzlich Sänger Corcoran. „Some songs are very pro-love and happy, others are a lot more frustrated.“

Zuweilen erinnern mich die Kanadier mit Ihren zuckersüßen Fingern an The Shins. Doch müssen danach ehrliche Worte folgen: Two Hours Traffic fehlt ein konstantes Niveau auf hoher Ebene. Besonders im letzten Teil der Platte wird es arg beliebig und man kennt prakstisch nach dem ersten Durchlauf schon alles gut genug, um das Album erstmal für ein Weilchen auf die Seite zu legen. Aber ‚ Foolish Bloog ‚ bietet letztlich so manch harmoniegeladene Momente, deren Wunsch nach mehrmaliger Zuneigung wir dann nur allzu gerne erfüllen möchten.