Feist – Metals

Eine nette Idee hatte damals die Kanadierin, die uns Ende Juli 2011 ein „Paint by numbers“ zu Ihrem neuen Artwork bereitstellte und man so mit den richtigen Farben selbst das kommende Plattencover erforschen durfte. Vielleicht waren es die schroffen Küstenregionen um Big Sur, Kalifornien, an denen die Arbeiten zum neuen Werk ‚ Metals ‚ fortgesetzt wurden. Aufgenommen wurden die Stücke mit Ihrer Band um Gonzales, Mocky, Dean Stone (Percussion) und Keyboarder Brian LeBarton binnen zweieinhalb Wochen im Februar 2011. Seit Ihrem letzten Werk ‚ The Reminder ‚ sind ganze vier Jahre vergangen und in der Zwischenzeit kam Feist an einen Punkt an, in dem sei eine Pause einlegen musste: „Wenn man auf Tournee ist, hat man so viel Output“, meint sie heute, „und in der Zeit danach war ich wie ein Schwamm – ich habe versucht so viel aufzusaugen, wie ich in den Jahren davor veröffentlicht und abgegeben habe. Ich habe die Füße ganz bewusst still gehalten, hab versucht zu lernen, wie das geht, wie man einfach mal still ist und sich klarmacht, dass so eine Stille nichts Schlechtes sein muss. Manchmal, wenn vorher alles laut und voller Bewegung war, können einem diese Ruhe und das Schweigen ja richtig Angst machen.“ Aber glücklicherweise ist von dieser Angst nichts mehr zu spüren und ganz im Gegenteil, bereits der Opener eröffnet mit einem metronomischen Schlagzeug, Gitarre und Saxophon, weiche Töne fokussieren sich auf universelle Emotionen und Filter, die sich mit den eigenen Erfahrungen befassen und auch im weiteren Verlauf wird man erstaunliche Mengen dieser Songs finden, egal ob es um Beziehungen, Liebe, Schwangerschaft oder Ihrer chaotischen Natur geht. Feist ist allgegenwärtig und es scheint als wollten sie aufwecken und die Finsternis durchbrechen, aber dann folgt der nächste Track ‚ Backyard ‚ und plötzlich befinden wir uns zwischen niedergeschlagenen Gefühlen. Die Stelle auf dem Album ist von einer unerträglichen Sehnsucht geprägt, während ‚ Caught A Long Wind ‚ zu den komplexeren Songs gehört, bei denen besonders die Platte wirklich von einer ausgesprochenen Schönheit umgeben ist. ‚ Caught A Long Wind ‚ ist ätherisch, akustisch atmet durch den atemberaubenden Gesang von Feist und ist zudem eine dezente Anspielung auf Lena Horne. Andere dagegen, wie ‚ Bittersweet Melody ‚, ‚ Comfort Me ‚ und ‚ The Undiscovered First ‚ sind alles kleine Liedchen, die sich unkompliziert und einfach kopfüber fallen lassen und dabei leider auch verloren gehen. Auf keinen Fall verloren geht ‚ A Commotion ‚, das alleine schon mit seinem belustigenden Augenzwinkern zu TV On The Radio einen Kauf der Platte rechtfertigt. ‚ Anti-Pioneer ‚ ist eine langsame und schleppende Nummer, doch wird schlussendlich die Gesamtheit von ‚ Metals ‚ dadurch in keinster Weise negativ beeinflusst. Es liegt mehr Tiefgang in der Luft, poppige Hits wie ‚ My Moon My Man ‚ oder ‚ 1234 ‚ gibt es hier nicht mehr, dafür überwältigende Subtilität, versponnene und eindrucksvolle Melodien und eine gerissene Feist, die auf ‚ Metals ‚ schlicht und ergreifend phantastisch klingt.