Laura Veirs – My Echo

Vor dem Hintergrund der Hoffnungslosigkeit, die durch persönlichen Herzschmerz und globale Katastrophen verursacht wurde, ist das neue Album von LAURA VEIRS ein Akt der Selbsterhaltung.

Der Impuls, Dinge unausgesprochen zu lassen, motiviert den Sound von „My Echo“, der oft einen Kontrast zwischen akustischen Folk-Instrumenten und elektronischen Schnörkeln beinhaltet – mit anderen Worten, zwischen Veirs Bedürfnis, auf dem Boden zu bleiben, und ihrer Tendenz, abzudriften. Das neue Album ist größtenteils von ihrer Scheidung von Martine geprägt, die das Paar im vergangenen November angekündigt hat. Tucker Martine, der Grammy-nominierte Produzent, der für seine Arbeit mit The Decemberists und Bill Frisell bekannt ist, hatte bisher fast alle Platten von Veirs produziert. „My Echo“ wurde vor der endgültigen Trennung geschrieben und aufgenommen und ist wie eine Übertragung aus einer sich auflösenden Beziehung heraus, schwer mit all dem Schmerz und der Hoffnung und der Angst und Frustration, die damit einhergehen.

Im ersten Song „Freedom Feeling“ singt Veirs: „I’m sighing for all the dreams deferred and I’m searching for that freedom feeling, for you, for you, for me.“ Der Klang und die Stimmung, die auf dem Album vermittelt werden, sind weniger düster und traurig, da sie komplex und expansiv sind. Das Album sollte beunruhigend sein – ist es aber nicht. Veirs ist hauptsächlich eine Folk Musikerin und dies ist immer noch hauptsächlich ein Folk Album, aber mit einigen zusätzlichen Einflüssen.  In „End Times“ vergleicht sie ihre unglückliche Beziehung mit Armageddon. Auf „Burn Too Bright“ fragt sie: “Who were you running from?” und antwortet schnell wie erwartet „yourself“. Veirs gibt uns wenig zu tun, um die Bedeutung ihrer Bilder herauszuarbeiten. Sie hat den Kampf erlebt, ihre Gefühle auszuräumen, und möchte uns diese emotionale Arbeit ersparen.

An anderer Stelle ist „Brick Layer“ eine wunderschöne Ballade, in der es darum geht, Wände zu bauen und sie dann (immer und immer wieder) niederzureißen. Veirs sucht nach Gemälden und Skulpturen, um an wichtigen Stellen in „My Echo“ Orientierung und Trost zu finden. Für Veirs ist Kunst ein Mittel, um Erinnerungen an verlorene Lieben, Menschen und Momente zu bewahren. Während diese Dinge verblassen, tut dies ihre Kunst nicht.