RENEé RAPP Everything To Everyone
Mit entwaffnender Ehrlichkeit und Broadway-Stimme: Wie RENEÉ RAPP mit EVERYTHING TO EVERYONE zwischen Herzschmerz, queeren Geständnissen und Pop-Glanz ihre eigene Liga eröffnet.
Reneé Rapp ist kein unbeschriebenes Blatt, bevor sie im Pop ankommt. Erst erobert sie Broadway als Regina George in Mean Girls, dann HBO als scharfzüngige Leighton in The Sex Lives of College Girls. Doch wer hier nur eine Schauspielerin mit Nebenprojekt erwartet, wird vom ersten Ton ihres Debüts „Everything To Everyone“ überrascht – und zwar nicht sanft. Sie bringt eine Stimme, die geschult und doch ungebändigt wirkt, und Texte, die nicht vor den unordentlichen Ecken menschlicher Beziehungen zurückschrecken. Das Cover zeigt Rapp nah, verletzlich und direkt in die Kamera blickend – als wollte sie sagen: Hier gibt es keine Maske mehr, nur noch das Ungefilterte.
Der Auftakt mit dem Titelsong ist ein stilles Eingeständnis, dass sie sich im ständigen Versuch, allen gerecht zu werden, selbst aus den Augen verliert. Die Zeile „I can’t be everything to everyone“ wird zum Mantra, das zwischen Müdigkeit und Selbstschutz balanciert. „In the Kitchen“ ist der emotionale Höhepunkt: eine Klavierballade, die wie ein stiller Film abläuft – man riecht förmlich die Luft in einem Raum, in dem Liebe einmal gewohnt hat, während „strangers to lovers to enemies“ als bittere Bilanz im Raum steht. Dazwischen finden sich Stücke, die Rapp’s Vielseitigkeit zeigen: „Colorado“ träumt von Neuanfang in anderer Kulisse, wissend, dass man sich selbst nicht entkommt.
„Don’t Tell My Mom“ öffnet die Tür zu innerer Verletzlichkeit, wenn man die eigene Zerrissenheit vor den Menschen, die am meisten bedeuten, verbergen will. „What Can I Do“ schließlich schreibt queere Erfahrung ohne Subtext ins Zentrum – sanft, klar und kompromisslos. Es ist ein schlankes Werk mit sieben Songs und knapp 20 Minuten Spielzeit, doch jeder Titel trägt Gewicht. Rapp’s Pop ist unmittelbar, emotional und selbstbewusst, ohne den Drang, jedem gefallen zu müssen. „Everything To Everyone“ ist mehr als ein Debüt – es ist ein Statement, dass ihre Stimme, ob im Flüstern oder im Broadway-gerechten Ausbruch, nicht zu überhören sein wird.
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