Empath – Active Listening: Night on Earth

Das in Philadelphia ansässige Quartett Empath entwickelte sich aus lauten Keller-Jam-Sessions und Free-Jazz-Listening-Partys. Gemeinsam lebten sie in einem Gemeinschaftshaus. Ihre frühesten Aufnahmen wurden mit einem billigen USB-Mikrofon gemacht, das für die Verwendung von Videospielen gedacht war. Das erste Album der Band mit Namen „Active Listening: Night on Earth“ zeigt die besten Elemente ihres ekstatischen Punk-Songwritings, ohne die Produktion zu bereinigen oder den naturalistischen Dreck zu verlieren, der sie zuallererst zu etwas Besonderem gemacht hat. Im Zentrum von Empath steht die Sängerin und Gitarristin Catherine Elicson, die manchmal wässrige, manchmal schreiende Gesänge durch Ihre Kehle wandern lässt. Empath bauen ihre Songs aus Schichten konkurrierender Synthesizer, hektischem Schlägen und verschwommener Gitarren auf.

Die Musik von Empath ist sowohl nebulös als auch klar. Ihre EP „Liberating Guilt And Fear“ aus dem Jahr 2018 machte diese dank Tracks wie „The Eye“ und „No Attachment“ zu einer der anspruchvollsten EPs des Jahres. Ihre erste Veröffentlichung sammelt daraus das Beste aus Noise Punk, Bubblegum-Pop-Melodien und Avantgarde. Das alles ist wesentlicher Bestandteil von Empath’s Klang und geben den einstigen Skizzen die nötige Schärfe, um amorphes Ambiente, leuchtende Popsynths und verwaschene Gesänge brillant in Szene zu setzen. Ungleiche Elemente treffen auf aufregende Farben und Respektlosigkeiten.

Indem Empath zähneknirschende Trommelschläge mit leichten, verspielten Synthesizer-Berührungen mischen, heben sie sich von der Absurdität ab, sich sowohl hilflos als auch völlig gestresst zu fühlen. “I threw it all into the wind and abandoned that island“. Die zitternden Hooks von „Roses That Cry“ vermitteln ein Gefühl der Suche und Verletzlichkeit, „Pure Intent“ beginnt mit wilden Gitarren, während Elicson’s treibende Stimme und der leicht manische Ton gelegentlich an Elias Bender Rønnenfelt von Iceage erinnert. „Hanging Out of Cars“ ist einer ihrer poppigsten Momente, während „Rowing“ sich mit schnellen Rhythmen, geschrienem Gesang und wackeligen Gitarren auf Hochtouren bringt.

Dieses Debüt wird nicht jedem gefallen. Die stürmische Dissonanz der Band ist Geschmackssache, aber diejenigen, die sich darauf einlassen, werden mit dichtem Popreichtum und tief ergreifenden, poetischen Texten zwischen Lärm, Verwirrung, Sehnsucht und Verlassenheit belohnt.