King Gizzard And The Lizard Wizard – K.G.

Das neue Album von KING GIZZARD & THE LIZARD WIZARD ist zwar in erster Linie eine bloße Runderneuerung früherer Alben, doch Stu Mackenzie’s maßgeschneiderter elektrischer Baglama führt ihn dann und wann auch in unerwartete Richtungen.

Es gibt wenig, womit „K.G.“ erfahrene Fans von King Gizzard And The Lizard Wizard überraschen könnte, aber vielleicht ist gerade diese Erkennbarkeit ein Beweis für die Beständigkeit der Band, wer sie sind, was sie hier zu tun haben und ihre Absicht, nicht so schnell damit aufzuhören. „K.G.“ bahnt sich seinen Weg durch verzerrte Instrumentalformeln und baut auf den tonalen Experimenten von „Flying Microtonal Banana“ aus dem Jahr 2017 auf. Jedes der sechs Mitglieder komponierte dabei aus seinem eigenen Quarantäneviertel und zusammen decken sie einmal mehr die verschiedenen Bereiche des bekannten Gizzard-Territoriums ab: sei es die Doomsday-Prophezeiung von „Automation“, die apokalyptische Verprügelung in „The Hungry Wolf of Fate“ oder die sanften Meditationen in Tracks wie „Honey“. 

Auf „Intrasport“ erleben wir dann einen echten Ausreißer. Eine säurehaltige Disco-Hymne mit einer türkischen Zurna (einem Blasinstrument), die absolut knallt, östliche Folk-Gitarren-Melodien gegen synthetische New-Wave-Rhythmen austauscht und beweist, dass sich noch viel kreatives Gas im Tank befindet. Die zehn Songs werden durch einen zitternden Impuls zusammengehalten und für ein Album, das mit einer solchen Distanz zwischen seinen Machern entstanden ist, zeigt „K.G.“ ein beeindruckendes Gefühl der Direktheit. Zweifellos werden viele dieser Songs neue Anhänger finden und auch wenn es kein Rückschritt ist, so ist es sicherlich ein Schritt seitwärts für eine Band, die sich bis jetzt in ständiger Bewegung befand.

6.3